Saturday, May 18, 2019

Witness for Christ in the West Today



Podium: Aktuell: „Grösste Christenverfolgung seit 2‘000 Jahren!“ – Impulsreferate:

Die Christenverfolgung/bzw. Diskriminierung
prioritär im Westen

In diesen Tagen ist mir durch den Kopf gegangen, wie gut wir es doch hier haben: „Wie dürfen wir uns tatsächlich glücklich preisen, hier in der Schweiz und in Liechtenstein zu leben!“ In all den Ländern um uns herum, in Frankreich, Deutschland, und, und, und … hören wir von Gewaltakte gegen Glaubende Menschen, gegen Männer und Frauen der Kirche. Es handelt sich dabei oft um Vandalismus und so weiter. Und hier bei uns – nichts dergleichen. Das ist tatsächlich war. In Rücksprache mit dem Sekretariat der Schweizer Bischofskonferenz habe ich, seit ich hier bin - das sind immerhin schon mehr als dreieinhalb Jahre -, nie im jährlichen Bericht an den Rat der Europäischen Bischofskonferenz von solchen Akten in meinem Gebiet berichten müssen. Es gab nicht einen einzigen Fall von Gewalt oder antichristlicher Diskriminierung in der mir anvertrauten Zone. 

Aber sind wir tatsächlich auf einer Insel der Seligen? Die Diskussion über die Verfolgung der Christen und besonders der Katholiken im Westen ist komplizierter als es scheint. Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten indem man eine Auflistung von Bombenanschlägen, Schiessereien, verprügelter Personen oder Akten des Vandalismus macht. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, überempfindlich zu sein oder quasi mit der Lupe nach möglichen Delikten zu suchen. Aber wir dürfen nie vergessen, dass der Teufel schon immer versucht hat, seine Angriffe gegen die Braut Christi zu tarnen und zu verbergen. Er versucht das Martyrium ambivalent darzustellen und das Zeugnis der Bekenner zu verdunkeln. Das war schon immer so in der Geschichte und ist heute vielleicht noch mehr so, weil wir heute unsern Glauben etwas anders leben als unsere Vorfahren und daher auch unsere Verbindungen mit der Welt sich anders gestalten. Wir unterscheiden uns ganz besonders von den Märtyrern und Bekennern des Glaubens, welche in den ersten Jahrhunderten der Kirche gelebt haben, also von den Glaubenszeugen, die vor dem Mailänder Toleranzedikt des Kaisers Konstantin gelebt haben. Im Gegensatz zu diesen ersten Jahrhunderten gehen wir von einer vermuteten Privilegierung der Kirche aus. Wir sind bekannt und unsere Denkmäler, Kirchen und Kapellen sind überall gut sichtbar. Im Gegensatz dazu waren unsere Vorfahren der ersten Jahrhunderte nach der Auferstehung des Herrn relativ unbekannt in der Welt und lebten ihren Glauben im Verborgenen.

Das ist das eine. Das andere ist der Relativismus, welcher die Öffentliche Diskussion im Westen bestimmt. Dieser Relativismus unterdrückt uns tatsächlich. Unser klares Zeugnis für Christus, als der eine Weg, die eine Wahrheit und das Leben für alle widerspricht dem Relativismus, der vorgibt, es sei alles Gleichwertig. Da unsere Position bekannt ist, wird uns in der Öffentlichkeit der Raum und die Freiheit zum Zeugnis für den einen Herrn eingeschränkt oder gar verweigert. Aus der Sicht des Martyriums und des Bekenntnisses des Glaubens wäre das eigentlich noch nicht so schlimm. Aber das verheerende ist, dass diese Dynamik sich auch und vor allem innerhalb der Katholischen Kirche abspielt. Ich denke da z.B. an die Pflicht, welche alle haben, die die Erstkommunion gemacht haben, an Sonn- und Feiertagen an der Messe teilzunehmen. Die Missachtung dieses Gebotes ist eine Todsünde! Die Bedeutung unserer Pflichten wird so weit reduziert, dass schliesslich die Notwendigkeit und Verpflichtung der Gebote ganz aus der Katechese und der Glaubensverkündigung verdrängt wird. Dabei fällt nicht nur die Kraft des Gebotes als Bedingung sine qua non dahin, sondern die verschiedenen Glaubenssysteme und Lebensphilosophien werden als sich ergänzende oder konkurrierende Wege betrachtet. Dabei wird gesagt, dass sie alle mehr oder weniger gleichwertig für den Menschen seien. Der in Christus gegenwärtige Gott ist weit in die Ferne gerückt und praktisch total seiner einzigartigen Macht und Autorität beraubt. In gewisser Weise verschwindet jeder Anspruch des Glaubens ganz aus unserem Leben und wir befinden uns einfach auf einem Markt der Ideen und sogar wie der arme Apostel Paulus der auf dem Markt der Götter, dem Areopag in Athen versucht, das Interesse der Passanten auf den Altar des unbekannten Gottes zu lenken.

Einige werden sagen, dass wir einfach das Privileg verloren hätten, mit welchem wir uns über die nichtglaubenden erhoben hätten. In Tat und Wahrheit wurden wir der Möglichkeit beraubt, Zeugnis abzulegen für den Absolutheitsanspruch der Wahrheit. Vielleicht schlägt uns (noch) niemand die Faust ins Gesicht, zündet niemand unsere Kirchen an, aber ich könnte ihnen eine lange Liste aufzählen mit Fällen, wo Christen einfach der Möglichkeit beraubt wurden, den von den Aposteln überlieferten Glauben zu bezeugen. Das Drama des Westens konzentriert sich auf die Verhinderung des freien Austausches von Ideen im öffentlichen Raum. Es ist wie für Jesus in seiner Passion: Diejenigen, die uns ans Kreuz schlagen wollen sind die Mächtigen – diejenigen die heute den Schriftgelehrten und Pharisäern von damals entsprechen.

Die Christenverfolgung ist im Westen also primär Diskriminierung? Sagen wir es so: Was mir im Westen am meisten Sorge bereitet, sind diejenigen, welche sich selbst das Adjektiv „katholisch“ zuschreiben unter der Bedingung, dass sie selbst und nicht die Kirche bestimmen, was darunter zu verstehen ist. Sie geben vor, Katholiken zu sein, aber sie verleugnen dabei Christus, den menschgewordenen Gott, der allein Weg, Wahrheit und Leben ist.

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI



Entrusting our Hearts and the Church to Mary


Kirche In Not
Wallfahrt nach Maria Einsiedeln
5. Oster Sonntag – 19. Mai 2019

Apostelgeschichte 14:21-27
Offenbarung 21:1-5a
Johannes 13:31-33a, 34-35

Gelobt sei Jesus Christus!
Heilige Maria!

(Paulus und Barnabas)… „sprachen den Jüngern Mut zu und ermahnten sie, treu am Glauben fest zu halten.“

Eine jährliche Wallfahrt ist eine ganz gute, eine ganz schöne Sache! Sie sollte auch zur Erholung im herkömmlichen Sinn dienen. Wir aber interessieren uns hier hauptsächlich für die Wallfahrt, die dazu dienen kann, uns im Glauben zu stärken. 

In der heutigen Lesung aus der Apostelgeschichte haben wir gehört, zwar ohne direkten Bezug zur Wallfahrt, aber passend:

„Sie sprachen den Jüngern Mut zu und ermahnten sie, treu am Glauben fest zu halten; sie sagten: Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen.“

Ich hoffe, dass meine Worte heute den Pilgern von Kirche in Not auch Mut machen werden! Sie, von Kirche in Not, machen den notleidenden Christen Mut. Ich hoffe, ihnen dazu ein paar Worte mit auf den Weg geben zu können. Es geht um viel mehr als nur um die Motivation zu spenden und immer besser zu dienen. Spenden, so unabdingbar es auch sein mag, ist nur ein Teil davon. Es geht mir und ich glaube auch unserer Sendung mehr um das Herz. Darum soll diese Wallfahrt heute hier in Einsiedeln dazu dienen, dass Sie wie die Gläubigen zur Zeit der Apostelgeschichte, Kraft schöpfen können für ihren weiteren Einsatz zur Ermutigung der Kirche, die überall in der Welt leidet.

Die Wallfahrt an diesen heiligen Ort, also hierher nach Maria Einsiedeln, ist dazu besonders geeignet. Wir nehmen Zuflucht zur Mutter Gottes die auch unsere Mutter ist, zur Consolatrix afflictorum (zur Trösterin der Betrübten). Vielleicht sind wir seit unserer Wallfahrt im vergangenen Jahr wieder abgekämpft von unserem Dienst an der Sendung von Kirche in Not, vielleicht auch ganz allgemein bedürftig in unserem Leben als Katholiken. Wir alle, Ordensleute und Laien, Priester und Diakone gehen diesen Weg und teilen dieses Schicksal: „Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen.“ In diesem Sinne gibt es nichts besseres, als Zuflucht zu suchen und dann auch zu finden bei Maria, der Mutter Gottes. Die Basilika hier in Einsiedeln dient uns dazu ganz gut genau in dem Sinn, von dem das Buch der Offenbarung des Johannes spricht: „Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen!” Maria ist die dauerhafte Wohnung des Allmächtigen. Sie tröstet uns und gibt uns unter ihrem Mantel Zuflucht. 

Es gibt einen Blick auf die Institution der Kirche, der dazu neigt, die Erfahrung der ersten Jünger nicht so sehr einzubeziehen oder sie sogar ganz zu leugnen. Dieser Blickwinkel leugnet eigentlich die Erfahrung der Kirche aller Zeiten. Dennoch ist dieser Blickwinkel heute selbst unter Christen ganz alltäglich geworden und findet Ursprung und Nahrung zumindest teilweise in einer zu gesellschaftlichen Sicht der Kirche. Ich möchte nicht sagen „zu horizontal“, aber vielleicht doch zu nachlässig gegenüber dem ersten Gebot der Gottesliebe. Mir scheint, dass dabei das Christentum zu sehr auf den moralischen Aspekt reduziert wird und dabei den Rest, also auch der Kern des Glaubens, ausser Acht gelassen wird. In diesem Missstand sehe ich und klage ich an eine masslose Übertreibung des Pragmatischen und Messbaren. Wir sind einfach anders und als Nachfolger Christi schulden wir den anderen doch mehr. Unsere Selbstwahrnehmung als Kirche lässt sich nicht allein mit dem Begriff „Leistungen“ ermessen. Wenn wir wirklich von der Kirche sprechen wollen, dann müssen wir von der Gemeinschaft mit Gott in Jesus Christus reden, von der Gemeinschaft untereinander und mit Ihm. Als Kirche sind wir Zeugen der Anwesenheit Gottes in Christus für das Heil der Welt.

Die Apostel haben so das Evangelium verkündet: 
 „Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal.“

Konzentrieren wir uns einen Augenblick auf die Diskussion der Nächstenliebe. Es scheint mir, dass wir oft zu leicht das Wesentliche versäumen. Als Beispiel: Ich habe von einem Priester gelesen, einem berühmten, geistlichen Führer in Washington DC. Dieser riet den jungen Berufsleuten, die zu ihm zur geistlichen Begleitung kamen, sich um echte christliche Liebe zu bemühen durch den direkten Kontakt mit den Bedürftigen. Er ermutigt sie, sich für einen echten persönlichen Austausch mit den Obdachlosen zu öffnen, von denen es viele gibt im Stadtzentrum von Washington. Die jungen Leute sollten diese Personen als Menschen wahrnehmen mit einem Lächeln oder einem Gruss, d.h. mit einem Zeichen der Anerkennung der Würde der menschlichen Person. Mutter Teresa ist das klassische Beispiel für eine Liebe in diesem Sinne. Vor der praktischen Hilfe am armen und Notleidenden, gab sie der Begegnung mit Christus im Nächsten der Vorrang.

 „Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“

Eine Wallfahrt macht man nicht in Eile. Ich hoffe, dass sie heute Morgen schon frühzeitig hier ankommen konnten und bereits etwas Zeit gefunden haben, um die Schönheit des Ortes zu geniessen. Ich hoffe, Sie haben Zeit gefunden, auch für eine Gewissenserforschung und sogar für die Beichte vor der Messe. Alles in allem ist unser Apostolat, unsere Sendung eine Sache des Herzens. 

Mein Gebet heute für Kirche in Not ist, dass dieses Werk voller Zuversicht weiter seinen Weg gehen kann. Dass wir alle hier Anwesenden durch die Fürbitte der Gottesmutter Maria zu grösserer Gemeinschaft in Christus finden und dadurch eine Quelle des Trostes für die Leidenden unserer Zeit werden, dass wir immer mehr ein Herz und eine Seele werden mit den Herzen von Maria und ihrem göttlichen Sohn. 

(Paulus und Barnabas)… „sprachen den Jüngern Mut zu und ermahnten sie, treu am Glauben fest zu halten.“

Gelobt sei Jesus Christus!
Heilige Maria!

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI



Saturday, May 11, 2019

Christ's Kingship has Consequences for us His Followers



Firmung,
St. Martin, Thun,
11. Mai 2019
Apostelgeschichte 1, 3-8
Johannes 14, 23-26

Gelobt sei Jesus Christus!

Es ist sehr schön, wenn man das Sakrament der Firmung in der Osterzeit feiern/empfangen kann, weil wir in dieser Zeit das zentrale Geheimnis unseres Glaubens, den Sieg unseres Herrn und Gottes Jesus Christus über Sünde und Tod vor unseren Augen haben. Genau in dieser Zeit hat der Auferstandene Herr seinen Jüngern die Gabe des Heiligen Geistes versprochen. Jesus hat mit seinem eigenen Leib Sünde und Tod besiegt und hat uns, seinen Jüngern, versprochen, dass wir das ebenso schaffen können, wenn wir mit seinem Kreuz verbunden bleiben. Durch die Sakramente der Kirche auferstanden zum neuen Leben können wir sein Werk in der Zeit fortsetzen. Als seine Jünger sind wir gesandt, bis an die Grenzen der Erde sein Evangelium zu verkünden.

„Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen.“

Wir sprechen hier vom Reich Gottes. Dieser Ausdruck wird so oft verwendet, dass manchmal wohl der eigentliche und volle Sinn dieses Wortes vergessen geht. Der eigentliche Punkt ist der, dass Gott in der Welt und ganz besonders in unserem eigenen Leben herrscht – „den Ton angibt“. Dabei verlangt er von uns nicht einfach nur Gehorsam, sondern er erfüllt uns auch mit SEINER Kraft, mit SEINER Macht für die Rettung der Welt. Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat. Seine Herrschaft ist eine wirkliche Herrschaft, eine allumfassende Herrschaft.

„Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft.“

Der Auftrag, das Evangelium der ganzen Welt zu verkünden, den der Auferstandene Jesus seinen Jüngern übertragen hat, ist ein öffentlicher Auftrag, also etwas für die Augen und Ohren aller Menschen. Die Apostelgeschichte erklärt uns, dass unser Glaube keine esoterische Geheimlehre ist und auch nicht eine persönlich private Entscheidung unter vielen anderen. Die Kirche ist wirklich und eine einzige. Sie ist der Leib Christi in der Zeit und eine von Gott gegründete Wirklichkeit die aus ganz gewöhnlichen Menschen besteht, aus Menschen wie Ihr und ich. Ja, wir sind hier und werden gefirmt nicht einfach nur für uns, sondern für das Leben der ganzen Welt.

“Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen.“

Über die ganze Zeit des Alten Testamentes, das heisst in der Zeit vom ersten Menschen Adam bis zum neuen Menschen Jesu, erstreckt sich eine konfliktreiche und unsichere Zeit des Kampfes gegen das Böse im Leben der Menschen und im Leben des von Gott auserwählten Volkes. Dieser Kampf dauerte bis zur Geburt unseres Herrn Jesus Christus und fand ihr Ende durch den endgültigen Sieg unseres Herrn Jesus Christus am Holze des Kreuzes und seine Auferstehung von den Toten. Am Pfingsttag wurde dieser österliche Sieg in der ganzen Welt bekanntgemacht. Alle sollten von diesem Sieg erfahren. In der Gabe des Heiligen Geistes zeigt sich unser Anteil am Sieg Jesu. In der Gabe des Heiligen Geistes, welcher die Taufgnade zur Vollendung führt, werden wir für immer mit Christus und seinem Reich verbunden.

„Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“

Ich glaube, dass das Sakrament der Firmung heute auch besonders dazu dient, eine ganz wichtige und wesentliche Wahrheit in Erinnerung zu rufen: Dass die Rettung des Menschen durch Gott in Jesus Christus geschieht. Gott ist allmächtig und wir sind durch Taufe und Firmung dazu berufen, an seiner Sendung für die Rettung der Welt mitzuarbeiten. Wir sind Mitwirkende, aber wir machen nichts alleine. Gott ist es, der das Gute in uns vollbringt. Deshalb ist es auch völlig bedeutungslos ob wir nun Kinder oder Erwachsene sind, egal, ob wir hochbegabt oder eher weniger talentiert sind, intelligent und weise oder dumm und kindisch. Maria sagt es sehr schön im Magnifikat: „Grosses hat der Mächtige an uns getan. Sein Name ist heilig.“

Fast überall in der Welt, nicht nur hier in der Schweiz oder in Europa spricht man von einer Krise der Teilnahme am Sonntagsgottesdienst in unseren Pfarreien. Aus unerklärlichen Gründen haben die Menschen schon seit einigen Jahrzenten aufgehört daran zu glauben, dass die Sonntagspflicht, also der sonntägliche Besuch der Hl. Messe, notwendig sei für das Überleben der Katholiken. Seit einiger Zeit denken viele, dass sie selber darüber bestimmen könnten, was für ihren Glauben und ihre Kirchenzugehörigkeit wichtig sei und nicht nur in Bezug auf das Sonntagsgebot. Diese Anmassung, selber darüber zu bestimmen, was es heisst, katholisch zu sein, ist nichts anderes als zu leugnen, dass Gott die Mitte unseres Lebens ist.

Doch genau das ist die Bedeutung von „Reich Gottes“. Gott bestimmt und nicht wir. Warum? Weil wir uns bewusst werden, dass wir teilhaben an einem Lebenskonzept und Entscheidungen, die viel weiter gehen, als nur die banalen Fragen: Was soll ich anziehen? Welche Frisur oder welcher Bartschnitt passt am besten? Welches Auto soll ich kaufen? Soll ich den Bus nehmen, das Velo oder besser zu Fuss gehen? Wir sind in diese Welt gestellt für die grossen Dinge, für die besonderen Entscheidungen. Wir sind hier um mit Christus am Heil der Welt mitzuarbeiten. Genau dazu werden wir in der Firmung gesandt.

        „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“

In der Röm. Kath. Kirche ist es üblich, das zwischen der Taufe des Kleinkindes und der Firmung durch den Bischof irgendwann nach Erreichen des Vernunftgebrauches einige Jahre vergehen. Einige sagen, dass dieses Auseinanderhalten der beiden Sakramente katechetisch begründet sei, dass also die als Kinder getauften später noch eine Möglichkeit hätten ein Sakrament bewusst zu erleben und auch das Gemeinschaftsleben der Kirche gestärkt werde. Aber auch die Praxis der Ostkirchen, welche die Firmung und sogar die Erstkommunion zusammen mit der Taufe auch bei Kleinkindern spenden entspricht voll und ganz unserer Theologie der Sakramentalen Eingliederung in die Kirche. 

Der eigentliche Grund der Röm. Kath. Praxis mit der Firmung durch den Bischof ist also nicht ein pädagogischer, sondern die Begegnung des Getauften mit der Hierarchie der Kirche. Es geht also um ein Hineinwachsen in die Kirche als Ganze. Zusätzlich bietet die Firmung auch die Möglichkeit, die von Eltern und Paten gemachten Taufversprechen persönlich zu erneuern und zusätzlich mit der Gabe des Geistes bestärkt zu werden, der uns zu Mitarbeitenden des Herrn für das Heil der Welt macht.

Vertrauen wir unsere Firmlinge dem Wirken des Hl. Geistes an und bitten wir, dass alle hier anwesenden ein Anwachsen der Gnade erfahren zur Ausbreitung des Reiches Gottes hier in Thun und in der ganzen Welt.

Gelobt sei Jesus Christus!

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI



Saturday, April 20, 2019

Immediacy or Genuineness through total Reliance on Christ and Him alone


(Samech) I have hated the unjust: and I have loved thy law. Thou art my helper and my protector: and in thy word I have greatly hoped. Depart from me, ye malignant: and I will search the commandments of my God. Uphold me according to thy word, and I shall live: and let me not be confounded in my expectation. (Ps. 118: 113-116)

I did not think I would be returning so soon to talk about the benefits that have come my way from embracing the old Office (yesterday), but here I am, because I cannot remain silent about a very important gain or recovery... gain is probably the better word, because I think we are speaking rather optimistically, at least in my case, about spiritual growth.

For all its petitions about confounding the enemy, about banishing evildoers, about vanquishing the foe, the full Psalter us unapologetically reliant upon the Lord of Glory. Prayed within the Church that immediacy to very human feelings and emotions translates eloquently into total reliance upon Christ, Who made us for His own and saved us from sin and everlasting death, by swallowing up death in His Victory upon the Cross. 

In terms of the reform of the Office, after Vatican II, PC - political correctness (before it had been so labelled) robbed us of the full Psalter. The lists of inappropriate or forbidden verses were published. I can remember in college, when a very irate spiritual director would stomp out of our "evening curfew" compline on the weekend when a distracted hebdomedary let us read or chant the forbidden psalm with the verse "happy the man who shall seize and smash your little ones against the rock"... Yes, they are hard words and have always been such, never easy in any age. Apart from multiple patristic attempts to explain away the brutality with some allegorical or other interpretation, I always found the immediate bitterness of the words to be much more in touch with life. They also register the helplessness in suffering of a people who should be safe under God's mighty wings.

Why did those vicious unicorns have to disappear? But maybe more to the point, why did we have to stop hurting deep down and profoundly over our oppressors and somehow lose the need of turning them over to the Lord for judgment?  Emasculating the Psalter did little more than dumb us down. In a sense, the new Office made us "snow flakes" long before that was a term. 

From the silence of the tomb on Holy Saturday there wells up for me a profound yearning not to be spared. As a child, every Lenten Friday, our whole parochial school went over to church to pray the Stations. We sang a popular setting in English of the Stabat Mater. The one verse went: Make me feel as thou has felt; make my soul to glow and melt with the love of Christ our Lord (Fac ut ardeat cor meum in amando Christum Deum ut sibi complaceam).

Maybe what I am living since embracing the old Office would have happened anyway. Would have happened without all the fervent and repeated petitions to vanquish my enemies. That is, maybe my longing would have been no less pronounced, no less acute, for Christ to triumph in judgment in His Glorious Rising from the tomb, where scribes and pharisees had placed a watch, a huge stone and seals.

No! Forget it! It is the full Psalter! It is a Divine Office much more adequate to this priest's needs and heart.

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI


Friday, April 19, 2019

Nunc Dimittis - A Breviary Encounter of another Kind


The numbers of monks and priests who are considerably older than I are rapidly diminishing (by "considerably" and "diminishing", I am referring to deaths among men who have seen 80 years of age come and go). I recently came across a solitary witness to the mindset of that generation and quote a passage from a disciple of Thomas Merton, talking about how he lived the Trappist Office in Latin as a monk and then not many years after was experiencing about the same in choir with English:

"After Vatican II, we began singing in English. A new frontier opened up. Images and ideas took the foreground of my mind in choir. Eventually, however, as familiarity with the English settled in, recitation became habitual and the old trials of patience returned. Sometimes I follow the meaning, sometimes my mind sinks to a random stream of consciousness, and sometimes I go blank. Verses during psalmody easily pass as an undercurrent casually observed from the lofty bridge of indifference." (Quenon, Paul. In Praise of the Useless Life (p. 12). Ave Maria Press. Kindle Edition.)

From my reading (especially of people like Robert Hugh Benson: "By What Authority?", "Come Rack! Come Rope!", "The History of Richard Raynal, Solitary", "The King's Achievement" [Benson, Robert Hugh. Collected Works of Robert Hugh Benson. Minerva Classics. Kindle Edition.]), I would like to think Quenon's is a minority report and that solemn liturgy (Office or Mass) was lived more in Benson's vein and not only. Whether England or France at the time of the Reformation, the witnesses exist to assure us that what was going on rarely had anything to do with recovering the faith or drawing closer the Christ. One dare not badmouth the Counter-Reform.

I bring this up because I think I am ready for a preliminary judgment on my own experience, having taken up the gauntlet of praying the pre-conciliar breviary in full as of the First Sunday of Advent. The old Divine Office and the Holy Sacrifice of the Mass according to the 1962 Missal are of a piece. I have all sorts of good things to say about this experience and no doubt with time I will find venues for sharing my joy.  

It is only now that I understand why László Dobszay in his writings focused so on the Divine Office. I quote from "The Restoration and Organic Development of the Roman Rite", T&T Clark International. London. 2010. Chapter 15 - The Divine Office. pages 99ff: "The Mass mostly contemplates the work of salvation as a single comprehensive reality; the prism of the Office unfolds it in its manifest colour." (p. 99). Somewhere in his writings he pleads for a full restoration of the Latin Office, with, if or when necessary, abbreviations or dispensations for some clerics from some psalms or hours. But the scholar wants nothing less than the old Office.

As I say, despite my difficulties especially with the Latin of the hymns, I can now appreciate Dobszay's judgment on the Office. I have less understanding for his readiness to accept abbreviations or dispensations from certain hours, let us say, for secular priests. We're talking about private recitation of the breviary and I am convinced that perhaps, despite the effort required, the Office is not too long. It is doable if one commits to the approximate canonical hours and maybe concedes joining Prime to Lauds and Compline to Vespers if you eat at 7:30 pm like I do and consider "burning the midnight oil" as an enormity. Advanced age and the inability to sleep the night through has graced me with a Matins "solution", especially in the face of first class feasts with three nocturnals and, yes, nine readings!   

Enough for now! In the midst of this Holy Triduum, this old man just wants to join his voice to that of Simeon in the Temple and proclaim that having take the Baby into his arms "nunc dimittis!" It is enough. No doubt, I will never have the joy of a full blown choral office in a monastery, or a chapter, or some other community of priests. Even so, I am terribly happy with what I have found. 

My question, obviously, is what got into that older generation to make them so eager to jettison the old Office? I know that many had problems with more than the breviary hymns, but perhaps they never really understood the nature for their own life of the sweet burden of praying at all hours to the Bridegroom with the language of His Dear Bride.

Yes "Nunc Dimittis"! No turning back! I only hope that generations of younger priests might find their way to this something which allows of no boasting or flexing as sometimes communicated in accounts of "my holy hour"...

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI

Monday, April 15, 2019

Haunted by John Climacus' Prison


"On arriving at this place of penitents, the dwelling of grievers, I observed (if I am not too forward to say) that which the eye of most carefree people have never seen, and what the ear of lazy, amenable people has never heard, and what has not come to mind of the meek. It was to see such actions and to hear such speech as would lend God to pity, such deeds and motions as would readily bring His love for mankind." (Climacus, John. The Ladder of Divine Ascent (p. 32). Kindle Edition.)

In reading The Ladder of Divine Ascent, the most heart-wrenching and confounding passage for me describes the visit of Climacus to a monastery renowned for its place of penance referred to as "The Prison". What the penitents who placed themselves in this dwelling of grievers took upon themselves to suffer in expiation for their sins is beyond most folk. In our common history of the Sacrament of Penance we are usually given to understand that auricular confession, brought to continental Europe by the Irish monk missionaries, offered a whole new way to accommodate the vast majority of penitents, who could not be really classed as public sinners. "The Prison" does not speak first and foremost to mere externals. It speaks to the living and sincere penitential practice handed down from the Apostles and at least practiced by the desert fathers. It is not a holdover from an imagined "before" the arrival of these prudent Irish confessors, but speaks with confounding eloquence to the anguish of heart of those who recognize the gravity of their offenses against our loving Lord.

Living amidst diplomats in a very international circle, ambassador friends ask about the observance of Lent by Catholics wanting to know how it is different from Ramadan, or they ask why Orthodox Christians would also abstain from eggs and dairy during Lent. In comparisons, not only does the post-Conciliar Church come off wimpy in its rules for fasting and abstinence, but the "Climacan" anguish of heart seems nowhere to be found. That haunts me perhaps as much as the vision of "The Prison" in his book.

My prayer for myself and for fellow Catholics, overtaken as we have been by Holy Week again, is that we might be graced with a "Climacan" heart. May we find and abundance of anguished tears in the shadow of His Cross!

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI

Sunday, March 31, 2019

Penance Unto Joy


LAETARE – 4th Sunday of Lent
31 March 2019 at Bruder Klaus
Jos. 5:9a, 10-12
2 Cor. 5:17-21
Lk 15:1-3, 11-32


Praised be Jesus Christ!

        It is Laetare Sunday today! Laetare is a Latin word which means to rejoice, to be happy. In the midst of our Lenten penance, the Church today on the Fourth Sunday of Lent celebrates what should be the ultimate reason for our happiness already in this life. Today we celebrate the joy of reconciliation with God in Christ, reconciliation won through His saving death upon the Cross and His glorious Resurrection. It is not so much that we take a break from doing penance, but that we acknowledge Lenten penance for what it is, namely a privileged way to express our sorrow for evil thoughts, words, acts or omissions, which have kept us from the loving embrace of our heavenly Father. Doing penance, as we Catholics do or should do in Lent especially, is a tradition-bound means for communicating to ourselves and to others our firm intention to turn away from sin and go to God, to head for real joy.

“Today I have removed the reproach of Egypt from you.”

Today is about the real joy that is ours on being forgiven by God through the minister of His Church and coming to live in God’s good graces. Through works of penance and sacramental reconciliation, we come to take our rightful place as baptized children of God in the house of our heavenly Father or as the Book of Joshua puts it, by our entrance into the Promised Land. “Today I have removed the reproach of Egypt from you.” Egypt symbolizes that idolatry which places creature comforts above our eternal destiny. Catholic Lenten penance marks our sojourn in the desert, having come out of Egypt. It is our effort toward stripping away all but that one thing which is necessary, namely life with God in Christ.

Our Lenten penance or penance at any other time of the year is any sacrifice that we take on at the Church’s direction in reparation for sins, faults and failings. It finds its crowning or perfection in the celebration of the Sacrament of Penance. In Confession, as we confess our own sins to the priest, as we hear his counsel and receive absolution, we leave the fleshpots of Egypt behind and begin to live for the Lord alone in the land that He has promised us. From today’s Gospel of the parable of the Prodigal Son:

“Coming to his senses he thought, ‘How many of my father's hired workers have more than enough food to eat, but here am I, dying from hunger. I shall get up and go to my father and I shall say to him’, ‘Father, I have sinned against heaven and against you. I no longer deserve to be called your son; treat me as you would treat one of your hired workers.’”

        As children, I can remember how we understood Laetare Sunday. Its lighter colored (rose) vestments symbolized for us something like coming up for air in the midst of our hard Lenten penance (you know: extra prayers and special efforts to be good, and of course, giving up candy and desserts except on Sundays). This type of popular piety helps us to understand what we mean by Laetare. As such, it can help us to understand the real genius of Catholic Lenten penance. Lent should lift us out of low living in order to keep constant company with the angels and saints before God.

St. Paul exhorts the Corinthians and us today:
“We implore you on behalf of Christ, be reconciled to God. For our sake he made him to be sin who did not know sin, so that we might become the righteousness of God in him.”

        Joy comes to us by our choice to embrace Jesus Who suffered and died for us, to embrace the scandal of His Cross, its ignominy, and thus to be united with Christ’s perfect sacrifice for our salvation. It is a stance very much at odds with what greets us as we walk down any airport concourse or through a shopping mall. True life and happiness is something quite different from all the people we see in those places with drink and snack in hand. Penance is a very other way and we need to seek it out. We really think too little of the brilliance of fasting and abstinence! Christian joy is simply at odds with the continual search to satisfy creature comforts. St. Paul’s admonition is to live otherwise; be reconciled to God!

Catholic penance during Lent is supposed to bring home to us a very important truth. The notion is that penance can win us over to a greater, yes, a boundless joy beyond that which this world can offer. Such lessons do not come easy for any of us, I suspect. Apart maybe from athletes, like bodybuilders, who ascribe to the motto “No Gain without Pain”, personal sacrifice and anything beyond immediate gratification seems hard for some people to grasp. Most of us have a hard time with child martyrs, like St. Maria Goretti, or with wholesome young people, who died, most would say, too young, like Blessed Pier Giorgio Frassati. Apart from the desire for a long, trouble-free life, more tragically, many people even want space in life for their vices and for that one temptation or the other.

        Finding joy in repentance and reconciliation should be what distinguishes us as Catholics. We all must recognize ourselves as sinners in need of forgiveness. In humbling ourselves to recognize our personal indebtedness, we can move to rejoice and celebrate the conversion of the prodigal son. We can avoid the narrow-mindedness of the older brother, who failed to understand the Father’s longing for his younger son to come home.

 “My son, you are here with me always; everything I have is yours. But now we must celebrate and rejoice, because your brother was dead and has come to life again; he was lost and has been found.”

        The Church as a loving mother or a forgiving father like in Luke’s Gospel has to stand there before us as the image of that love which sets free from death and brings life and joy. How that is supposed to work is not easy to say in every case; it is often something very different from mommy kissing a scraped knee and making it all better again. It logically can cost us and hence the reasonableness of our voluntarily choosing to do penance. That is the genius of Catholic doctrine about indulgences and making reparation through acts of penance. No doubt, the prodigal son had to make good on his resolve, after the music and dancing, and behave himself as a hired hand in his father’s house. He could not presume his previous station before running off and squandering his part of the inheritance. The hard work of penance would signal to his father and to the whole household his contrite and humbled heart. We must do the same after we have been forgiven in confession. That is the Catholic sense of our penance in response to the temporal punishment due for our sins. Laetare! Rejoice!

Praised be Jesus Christ!


PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI