Sunday, December 4, 2016

SECOND SUNDAY OF ADVENT - Adult Baptism and Confirmation


4 December 2016
English Language Community
at Bruder Klaus Parish in Bern

Is 11:1-10
Rom 15:4-9
Mt 3:1-12


“Repent, for the kingdom of heaven is at hand!”

“Even now the ax lies at the root of the trees. Therefore every tree that does not bear good fruit will be cut down and thrown into the fire. I am baptizing you with water, for repentance, but the one who is coming after me is mightier than I. I am not worthy to carry his sandals. He will baptize you with the Holy Spirit and fire. His winnowing fan is in his hand. He will clear his threshing floor and gather his wheat into his barn, but the chaff he will burn with unquenchable fire.”

The Fathers of the Church teach us that there are two types of water for salvation, two ways to wash, if you will, for the forgiveness of sins: there are the waters of rebirth in the Sacrament of Baptism and there are the tears of sorrow leading to forgiveness for sins committed after Baptism through the Sacrament of Penance. Even though it is incorrect, I would like to say that St. John the Baptist in Matthew’s Gospel today has the order of things turned around. John’s baptism is with water for repentance and reminds me more of Confession. That of Jesus clearly is Baptism with the Holy Spirit and with fire unto everlasting life.

Granted, sincere repentance on the part of an adult candidate for baptism goes before the sacrament itself. Rightly, we can admit with John the Baptist that it is only right for the catechumen to shed tears over past failures, over bad choices or just plain reluctance to run after Jesus, binding ourselves more closely to Him on that road less traveled. The baptismal choice, the joy of the road less traveled is that of choosing the only one that leads to glory, which leads to Heaven and happiness, both here and now, and forever.

David, we thank you for sharing with us today this most important moment in your life, your birth into God and your coming to share in the dynamic life of the Most Holy Trinity, Father, Son and Holy Spirit. Today, as is proper for an adult, David, your washing clean of sin will be sealed and strengthened by the gift of the Holy Spirit in the Sacrament of Confirmation. In a truly Advent spirit, we can apply to you what the prophet Isaiah said of Jesus, the Root of Jesse:
“The spirit of the Lord shall rest upon him; a spirit of wisdom and of understanding, a spirit of counsel and of strength, a spirit of knowledge and of fear of the Lord, and his delight shall be the fear of the Lord.”

I pray that today will be personally memorable and life changing for you, David. Baptism, Confirmation and later your first Holy Communion, your first reception of the Lord Jesus, Body, Blood, Soul and Divinity, under the forms of Bread and Wine, but truly and fully the Christ, God’s only Son, His Anointed One, truly and fully God and Man.

For all here present, I pray that David’s sacramental initiation might mark this Second Sunday of Advent for you too. May you be enlightened and enriched with a clearer understanding of the greatness of your own Baptism. If any here have become lukewarm or ambivalent about your faith, may this Sunday bring you to tears of sorrow for your sins; lead you to the Sacrament of Penance and renewed life in Christ.

I would ask parents, especially, later today at home to ask your children about their impressions at seeing a grown man reborn to new life in Christ. In very simple exchanges and with prayer, we need to bring Jesus and His Blessed Mother into our family life and conversation. We need to stop giving Jesus the silent treatment.

Let us enter now joyfully into this great celebration of our faith, something we can touch, hear, see and taste in the great Sacraments, which are our very life here in Christ’s Church.

To say it in an Advent kind of way, let me take words from the Entrance Antiphon assigned by the missal for this Second Sunday of Advent:
O people of Sion, behold, the Lord will come to save the nations, and the Lord will make the glory of his voice heard in the joy of your heart”.



   

Thursday, December 1, 2016

The Solid Rock of a Personal Relationship with Jesus Christ

1. Dezember 2016
Donnerstag vom 1. Advent Woche
Is 26:1-6
Mt 7:21, 24-27

Gelobt sei Jesus Christus!

„Wir haben eine befestigte Stadt, zu unserem Schutz baute der Herr Mauern und Wälle.“

Was bedeutet es, eine befestigte Stadt im Herrn, unserem Fels zu sein? Worin besteht oder wie erkennen wir, dass ein gerechtes Volk hier auf der Erde wohnt? Es scheint, als spreche die Heilige Schrift hier von einer institutionellen Körperschaft. Aber für uns in der Kirche Gottes ist es gerade nicht so! Was wir eben im Ausschnitt aus dem Evangelium gehört haben, sprechen wir schon seit uralter Zeit wie der Prophet Jesaia es sagt, von einer persönlichen und besonderen Entscheidung, welche gesellschaftliche Konsequenzen hat: „Verlasst euch stets auf den Herrn; denn der Herr ist ein ewiger Fels.“

Wir hier in der Schweiz, in Europa und auch anderswo in den Ländern mit alter katholischer Tradition müssen uns eine Frage stellen und zwar mit den gleichen Worten, mit denen schon der Prophet Jesaia Juda herausgefordert hat: Worin besteht unsere Gerechtigkeit? Was lässt uns geborgen sein beim Herrn des Universums?

Du kannst diese Frage verdrängen, wenn du willst, aber die Zeitgenossen in der „alten Welt“ mit ihrem „pro forma“ Kulturkatholizismus, mit einem dünnen Belag, der sich „Seriosität“ nennt, um so der Etikette „atheistisch“ oder „agnostisch“ zu entgehen, unterscheiden sich kaum von der Situation, die der Prophet im Namen Gottes tadelt und verurteilt.

Verstehen wir uns richtig: Wer von Gott gerettet wird, ist nicht notwendigerweise derjenige, der in den kirchlichen Steuerlisten steht. An diesem ersten Donnerstag der Adventszeit ist es der Herr, der uns entgegen kommt und wir sind eingeladen, wie die Hirten in der Weihnachtsnacht, dem Herrn entgegen zu gehen. Um das zu tun, müssen wir unser Leben auf dem Felsen bauen, der Christus ist. So wie das Evangelium sagt: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“

Es wird gesagt, dass unsere Zeit, die sogenannte „moderne Zeit“ eine andere Vorstellung von der Gesellschaft und von der Rolle des Individuums habe, als die Vergangenheit es hatte, das heisst die über tausendjährige christliche Tradition. Persönlich glaube ich das nicht.

Es wird gesagt, dass wir schon seit einigen Jahrhunderten Kinder der Aufklärung seien. Besonders seit mehr als einem Jahrhundert und mit Sicherheit seit ich lebe, handelt es sich um einen unerbittlichen Angriff auf die Tradition der Kirche, um die Ziele der Französischen Revolution zu erreichen und eine kirchliche Disziplin nach dem Geschmack Josephs II. aufzudrängen, welcher nicht mehr als 2 Kerzen auf dem Altar tolerierte und die Mönche aus dem Chorgestühl jagte, damit sie ausserhalb der Klostermauern die Bauern lehrten, wie man Gerste pflanzt und Fruchtbäume beschneidet.

Es ist nicht so. Die Welt hat sich nicht verändert. Die Tradition bleibt. Die Herausforderung ist immer diejenige des Herrn, der lehrt: „Nicht jeder… wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.“
Die Ermahnung, zuerst Gott in Jesus Christus zu suchen, hat sich nie geändert. Sie ist auch gültig in den sogenannt modernen Zeiten. Wir sind berufen, den Willen Gottes zu erkennen und zu erfüllen. Einzig und allein in Jesus Christus, dem einzigen Sohn des Vaters finden wir Rettung vor dem Unheil, das alle treffen wird, die nicht auf dem Felsen gebaut haben.

In meinem privaten und beruflichen Leben versuche ich treu meinem bischöflichen Motto Properantes Adventum Diei Dei dieses Konzept zu verwirklichen, so wie es im 2. Petrusbrief heisst:
„Der Tag des Herrn wird aber kommen wie ein Dieb. Dann wird der Himmel prasselnd vergehen, die Elemente werden verbrannt und aufgelöst, die Erde und alles, was auf ihr ist, werden (nicht mehr) gefunden. Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst: wie heilig und fromm müsst ihr dann leben, den Tag Gottes erwarten und seine Ankunft beschleunigen! An jenem Tag wird sich der Himmel im Feuer auflösen und die Elemente werden im Brand zerschmelzen. Dann erwarten wir, seiner Verheißung gemäß, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt. Weil ihr das erwartet, liebe Brüder, bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden.“ (2 Petr 3,10-14)

Praktisch überall in der westlichen Welt lernen die Getauften nicht mehr die Grundgebete: Das Kreuzzeichen, Das Vater Unser, das Gegrüsst seist du Maria. Es ist nicht mehr wie früher als das 2. Vatikanische Konzil gelehrt hat, dass die Familie die Hauskirche sei, ein Herd kirchlichen Lebens. Oft wachsen die Kinder zu Hause nicht mehr mit dem Bewusstsein der Gegenwart Gottes auf, die so zentral ist für das Wachstum des Glaubens.

“Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute.“

Ich schlage Ihnen ein Projekt für den Advent vor, aber auch für das ganze Leben. Nehmt das ernst, was Euch so wichtig ist und was Euch als Gruppe auszeichnet - „eine kleine Gruppe von jungen Erwachsenen, die jeden Donnerstag eine heilige Messe auf dem Gelände der Berner Pfarrei Dreifaltigkeit...“ feiert),“- nehmt diese Liebe für die Heilige Messe und das Allerheiligste Altarsakrament und erzählt von dieser wertvollen Perle in Eurem persönlichen Umfeld. Dabei dürft Ihr diese Entdeckung nicht jedem Beliebigen weitersagen, sondern nur denjenigen unter Euren Freunden und Familienangehörigen, welche auf der Suche sind nach dem rettenden Felsen im Sturm des Relativismus.

Ich will Euch keine neue Pflicht auferlegen, Euch vielmehr einladen, wie die Jünger zusammen mit Maria im Abendmahlssaal zu beten in der Hoffnung und Erwartung des Heiligen Geistes.

Der kirchliche Apparat, wovon ich Teil bin, hat ohne Zweifel seine Bedeutung. Aber der Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes läuft über die persönliche Beziehung zur Person Jesus, dem Fels, der uns rettet.


Gelobt sei Jesus Christus! 



Sunday, November 20, 2016

Christ the King - Bilingual Homily - German and Italian





Domenica Cristo Re – 20 novembre 2016

2 Samuel 5, 1-3
Kolosser 1, 12-20
Lukas 23, 35-43

Sia lodato Gesù Cristo!

“Viderunt omnes fines terræ salutare Dei nostri. Jubilate Deo, omnis terra. Notum fecit Dominus salutare suum; ante conspectum gentium revelavit justitiam suam.”

„Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes. Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde..!“ 

„Tutti i confini della terra hanno veduto la salvezza del nostro Dio. Acclami al Signore tutta la terra..!”

Qui si tratta del testo in latino del Graduale preso dalla Messa di Natale. Pensavo di cominciare così con una terza lingua oggi, cioè con il Latino. Il testo del Graduale è preso dal Salmo 98. Senza voler anticipare troppo il 25 dicembre nel nostro calendario liturgico, credo di aver trovato in questo antico canto liturgico una chiave di lettura per oggi, per la nostra celebrazione comune e bilingue della Domenica di Cristo Re. Lingue, tradizioni di famiglia, usi e costumi diversi, si! ma un solo Re e Signore, il nostro Gesù Cristo!

Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes… Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen. Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.

Mit dem lateinischen Zitat aus der Weihnachtsliturgie am Anfang dieser Predigt, möchte ich unterstreichen, was eigentlich am Christkönig Sonntag auf dem Spiel steht und warum es sinnvoll ist, dass wir hier heute zusammen feiern. Wo in dieser Welt eigentlich liegen Sieg und Rettung wenn nicht im Herrn Jesus Christus, der für uns geboren und für uns geopfert wurde?

La nozione della Regalità del Figlio unico di Dio si distingue da quella del Re Davide, come si legge nella prima lettura della Messa di oggi: "Ecco noi ci consideriamo come tue ossa e tua carne.” Il concetto di Cristo come Re per ora ed in eterno non si lascia spiegare nei termini delle solite categorie umane (carne e ossa). In termini umani, in Cristo Gesù il contrasto con il Re Davide non poteva essere più estremo. Corona regale? Trono? Si vede solo scandalo nel trono che Gesù ha scelto per se stesso in obbedienza alla volontà del Padre Eterno per la salvezza del mondo. Il trono regale del Cristo non è una sedia dorata ma un patibolo. Il trono di Gesù è un altare di sacrificio in alto; egli regna sulla Croce. Con la Croce si tratta di una cosa umanamente incomprensibile, come il Vangelo oggi ci racconta: “C'era anche una scritta, sopra il suo capo: Questi è il re dei Giudei.”

„In jener Zeit verlachten die führenden Männer des Volkes Jesus and sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist… Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns!”

Eine der grössten Auseinandersetzungen unserer Tage besteht darin, zu verstehen, worin unsere Rettung besteht, unsere tagtägliche und dauerhafte Freude. Wahlen und Volksabstimmungen enden oft mit Enttäuschung. Es besteht die Gefahr, dabei stehenzubleiben. Präsidentschafts-kandidaten, Unionen, Bünde und Parteien: die sind fast nie auf der Höhe (ihrer Aufgaben) und ständig lassen sie die Kleinsten im Stich. Angesichts der alles durchdringenden Unzulänglichkeit der Politik braucht man ein echter Querdenker oder Träumer zu sein, um sich nicht in der Resignation zu verlieren.

Che cosa ha visto in Gesù il Buon Ladrone gli accanto sulla Croce? Se non fosse morente, quell’uomo avrebbe potuto esprimersi più a lungo, magari nelle parole di S. Paolo: “Egli è prima di tutte le cose e tutte sussistono in lui.” Gesù, il Re sfinito sulla Croce, il Giudice che dall’alto getta luce sulle realtà di questo mondo, colui che è Dio in pieno, per mettere tutto in ordine.

“Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen. Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.“

Heute können wir wieder ein liturgisches Jahr abschliessen und am nächsten Sonntag mit Advent ein neues anfangen. Meine Botschaft für euch heute ist:  Im Leben schaffen wir es allein nicht; unser Leben wird nur mit Christus gelingen. Am Kreuz mit Christus verbunden, finden wir die frohe Verwirklichung unseres Lebens. Weder Alleingang, ohne Mitbrüder und Mitschwestern, noch intensives Schaffen in sogenannten demokratischen Verfahren bringen aus sich allein das ewige Heil. Was wir eigenmächtig, ohne Gott, versuchen ist doch Sünde und ebenso verwerflich wie Babel.


"’Venite, facciamoci mattoni e cuociamoli al fuoco’… Poi dissero: "Venite, costruiamoci una città e una torre, la cui cima tocchi il cielo e facciamoci un nome, per non disperderci su tutta la terra". Ma il Signore scese a vedere la città e la torre che gli uomini stavano costruendo. Il Signore disse: "Ecco, essi sono un solo popolo e hanno tutti una lingua sola; questo è l'inizio della loro opera e ora quanto avranno in progetto di fare non sarà loro impossibile. Scendiamo dunque e confondiamo la loro lingua, perché non comprendano più l'uno la lingua dell'altro". Il Signore li disperse di là su tutta la terra ed essi cessarono di costruire la città.”   

Supplico tutti semplicemente di abbandonare i progetti tipo “Babele” e di impegnarsi a vivere la nostra fede in tutta la sua pienezza e nella sua semplicità. Cristo dev’essere Re dei nostri cuori. Giovani sposi e genitori in particolare devono condurre i loro figli a Cristo Re, dare testimonianza a casa di una vita schietta di preghiera in unione con Gesù in compagnia con Maria, la Madre di Dio. La casa come focolaio di vera vita, sostenuta, nutrita ed arricchita dalla prassi della Messa domenicale ogni domenica e dal ricorso frequente e regolare al Sacramento della Penitenza.

Anders als die Menschen dieser Welt, leben wir in der Hoffnung, an der Herrlichkeit Christi teilzuhaben. Teilzuhaben an der Herrlichkeit Christi unseres Herrn, Königs, Hohepriesters und Erlösers.

Gelobt sei Jesus Christus!  



Sunday, November 13, 2016

Acriter et Fideliter - Patronal Feast of Swiss Guard

Sonntag, 13. November 2016
Hl. Martin von Tours
Patronatsfest der Schweizergarde
Bern,  Dreifaltigkeitskirche

Jes 61,1-3abcd
Ps 89
Mt 25,31-40


Gelobt sei Jesus Christus!

„Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir…“

Vor einigen Jahren war es in der Kirche vielerorts üblich geworden, nach Heiligen zu suchen, die gelebt haben, ohne die Gelübde des geweihten Lebens (Armut, Ehelosigkeit, Gehorsam) abgelegt zu haben. Man wollte diese Heiligen dem Volk Gottes vorstellen zur Erbauung und als Beispiele zur Nachahmung. Als Beispiele hierfür möchte ich nur die Eltern der Hl. Therese von Lisieux nennen. Ich denke, dass wir diesen „Trend“ so interpretieren können: Man sucht Beispiele eines tugendhaften Lebens, um damit andere zu motivieren, besser oder gar voll und ganz als Katholiken zu leben. Man suchte dafür Männer und Frauen, die „einfache Gläubige“ geblieben sind, Eheleute, Väter, Mütter. So wollte man die universale Berufung zu Heiligkeit betonen in der Hochachtung der zentralen Bedeutung der heiligen Salbung, die wir mit den Initiationssakramenten empfangen haben, das heisst in Taufe, Firmung und Eucharistie. Ohne Zweifel etwas wunderbares.

Für die Schweizer Garde hingegen, das heisst für die Soldaten im Dienste des Papstes und so auch für euch Ex-Gardisten, ihr habt den Hl. Martin von Tours als Schutzpatron. Er ist doch ein Soldat, aber der nicht als Märtyrer in einer Schlacht gefallen ist, sondern Bischof geworden ist und dann als über 80-jähriger im Kreise seiner monastischen Mitbrüdern stirbt, als er von einem Pastoralbesuch zurückkehrte, bei dem es ihm gelungen war, den zerstrittenen Klerus einer bestimmten Kirche wieder zu versöhnen und der Kirche den Frieden zu schenken. Warum diese Wahl?

Nein, Exzellenz! Du hast nichts verstanden! Unser Patron ist nicht der alte Martin, sondern der junge kraftvolle Mann. Unser Patron ist Martin, der junge römische Soldat, der, noch nicht einmal getauft, in einer kalten Winternacht seinen Mantel zerteilt, um damit einen armen nackten Mann am Strassenrand Wärme zu schenken. Unser Martin ist ein Held, ein romantischer Typ so zu sagen. Und deshalb hat ja auch die Kirche das Evangelium vom jüngsten Gericht für seinen Festtag ausgewählt:

„Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“

Martin der Ritter, der junge und leidenschaftliche, das ist unser Heiliger!

Das kann sein, aber ich sehe für Euch keine Schwierigkeit darin, den Heiligen mit dem ganzen Verlauf seines Lebens zu betrachten. Der Soldat in der Jugend, der Mönch als reifer Mann und als alter Mann der Bischof: es ist immer Martin. Immer im Verlauf der Lebensgeschichte des Hl. Martin, bis ins Alter von 80 Jahren, begegnen wir einem aussergewöhnlichen und leidenschaftlichen Mann. Er ist immer ein Held, der eifrig ist für den König der Herrlichkeit. Martin geht immer dem Richter beim Jüngsten Gericht entgegen. Martin sucht Christus, der das Zeichen unserer Liebe zu ihm darin sucht, wie wir uns für die geringsten Brüder und Schwestern einsetzen. In der Lebensbeschreibung des Heiligen, lesen wir im Brevier, wie sich der Heilige Martin von den Tränen seiner Mitbrüder berühren lässt und wie er Gott darum bittet, dass, wenn es Gottes Wille sei, dieser ihn doch noch eine Weile im Dienste seiner monastischen Mitbrüder lassen möge, denen er als Vater Bischof und Abt vorstand. Das treffende Wort zur Beschreibung des Heiligen Martin ist „Allzeit zu Diensten“ – „Dienst zu jeder Zeit“. Das heisst: Die bedingungslose Bereitschaft von Jugend an und ohne je damit aufzuhören, den Brüdern und Schwestern entsprechend dem Willen Christi zu dienen, den er so sehr liebt.

Ich bin sehr glücklich, den Heiligen Martin mit euch teilen zu können. Der Heilige Martin, der, wie einige von euch wissen, der Heilige des Tages meiner Bischofsweihe ist und der daher für meinen Dienst als Bischof und Nuntius im Dienste des Nachfolgers Petri Vorbild und Ansporn ist. „Acriter et Fideliter! (tapfer und treu)“ Ob es sich um den jungen oder um den weniger jungen Martin handelt, das Leben des Heiligen Martin ist eine Einheit, ein Stück. Ein Verlangen – sagen wir es sportlich – Christus entgegenzurennen, auf Christus zuzugehen mit Hilfe der Menschen, die um und mit ihm leben. Ich erbitte mir für mich selber einen solchen Eifer, eine solche Liebe zum nächsten:

„ ... denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung, damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe, einen Tag der Vergeltung unseres Gottes, damit ich alle Trauernden tröste...“

Dieselbe Leidenschaft wünsche euch allen auch euren jungen Gardisten Kollegen, die jetzt ihren Dienst im Vatikan leisten. Ich bete zu Gott, dass er euch diese Leidenschaft schenken möge. Die Welt von heute ist immer eine Herausforderung, ein Kampf – sei es für die Jungen, sei es für die reifen Männer, sei es für die Alten.

Es kommt nicht darauf an, ob einer zölibatär, verheiratet oder verwitwet ist. Ob er bereits gebunden ist durch das Sakrament der Ehe, durch das Weihe Sakrament oder durch die ewigen Gelübde in einem Institut des geweihten Lebens. Es kommt nicht darauf an, ob einer noch auf der Suche nach seiner Berufung ist, auf der Suche nach dem Weg, sich selbst zu verwirklichen in einem Leben nach dem Willen Gottes, der uns mehr liebt als wir uns selber. Das was zählt, ist sich vollkommen der Liebe Gottes hinzugeben im Dienst am Nächsten, ohne zurückzuschauen wie es der junge Martin gemacht hat.

Eine meiner schönsten Überraschungen in meinem ersten Jahr hier in der Schweiz ist es gewesen, euch Ex-Gardisten und euer Ansehen als Männer mit einem grossen Herzen kennenzulernen. Anders als der Schweizer Landesheilige, der Hl. Bruder Klaus, hat der Hl. Martin in seinem langen Leben die Erfahrung der Ehe und der Familie nicht selber gemacht. Aber auch als Mönch stellt er den Kern der Taufberufung dar: Gesalbt zum Soldaten Christi im Kampf gegen das Böse in dieser Welt und für die Verteidigung der Armen und Schwachen. Sowohl die Kirche als auch die Welt haben es so sehr nötig, dass Eheleute, Väter und Mütter (Acriter et Fideliter!) jeden Tag die Waffen des Geistes zur Hand nehmen, um die Braut Christi und die Würde der Familie zu verteidigen. Sowohl die Kirche als auch die Welt brauchen gute Bischöfe, Priester, Mönche und Ordensleute, (Acriter et Fideliter!) welche dafür kämpfen, dass wenigstens einige in dieser Zeit vor dem Bösen bewahrt bleiben. (Acriter et Fideliter!) So wie es auch der Heilige Martin getan hat.

Gelobt sei Jesus Christus!


Hl. Martin,  bitte für uns! 


Thursday, November 3, 2016

Beyond All Saints and All Souls


How to be a conservative.
Scruton, Roger.
Bloomsbury Publishing. Kindle Edition.

I just finished this book, which I enjoyed immensely, even if Scruton's approach to Christian faith (from an Anglican perspective?) has me in anguish. Whatever tenderness he might have toward England's national religion, he dismisses its role in his definition of conservatism, society and politics in the life of the world.

"George Orwell wrote in 1941 that ‘the common people of England are without definite religious belief, and have been so for centuries … And yet they have retained a deep tinge of Christian feeling, while almost forgetting the name of Christ.’ This ‘tinge of Christian feeling’ had a source, and that source is the Anglican Church, whose messages have not been shouted in English ears like the harangues of the Ranters and the Puritans, but filtered through the landscape, through the web of spires, pinnacles and finials that stitched the townscape to the sky, through the hymns, carols and oratorios that rang out in all their assemblies, and through that fragment of the Prayer Book that many people still recite each day, promising to ‘forgive them that trespass against us’, while never quite sure what the word ‘trespass’ really means." (Kindle Locations 3505-3511).

Everything else seems so right to me about Scruton, that I half suspect he is doing no more than unintentionally lifting the veil on Protestantism in its Anglican variety as something fundamentally unsubstantial and hence not enduring. I really hope I am wrong, but I suspect such an otherwise brilliant analysis is staring back at me as it plummets into the abyss.

The book bears a 2014 copyright and couldn't be more relevant to the Brexit discussions and the analysis of the causes of the present crisis in the European Union. Under the heading of religion, Scruton is even more dismissive of the role of Islam than he is of that of Christianity within civil society. There's a poetry in the way he describes civil society as an inter-generational pact between the living, the dead and those not yet born. It is just sad that he seems incapable of seeing that "first person plural" in the transforming light of Christ.

Beyond Scruton and his primary topic, a memory from almost forty years ago came back to me as I flipped the cover of my Kindle closed on this book. I thought of one of the quiet stalwarts of my childhood, youth and early priesthood, our long dead chancellor, a terribly urbane, somewhat scrupulous but most zealous priest, who came to South Dakota from Boston, after having caught St. Katherine Drexel's passion for the Native American peoples. Monsignor could speak Lakota and he loved the people of the high plains dearly. An intellectual and a savant, you couldn't stump him on anything.

As chancellor, with all the faculties of vicar general, he was responsible for granting the needed dispensations for mixed marriages (between a Catholic and another Christian). He never granted a simple dispensation for mixed religion, but always wrote it up as "mixed religion and disparity of cult ad cautelam". Disparity of cult covered anyone who was not baptized wishing to marry a Catholic. His scruple did not so much rest on any particular or general doubt concerning the validity of mainline Protestant baptisms, but rather their lack not only of baptismal records, but in some traditions of any guarantee of respect for the proper form of baptism. Thinking about Scruton's Anglicanism, I am wondering too if his ad cautelam did not arise from worries about the intention of the minister of baptism in many of these cases.  

In Sweden the other day, the world press quizzed a lot of folks on the sidelines of the papal visit about their Lutheranism and came up with the image of a thoroughly secularized landscape, maybe not even as heartening or disheartening as what can be read in the Scruton quote above. Where is the "we" in all of this if the fundamental tenants of the Creed are not even surely, commonly held? What is ecumenism all about for a Catholic where the other party is evidently on a very different page when it comes to basics? I think we need to look to the Fathers of the Church for direction. I cannot see it any differently than in the tenacity with which St. Augustine called the Donatists home to the Church.

I wish for Roger Scruton the fullness of Catholic Faith and the only real "we" which counts. May he and we come to life in the Risen Christ and together find life in that Mystical Body which is not only of profound beauty, but which is absolutely true and life giving.

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI

  

Sunday, October 16, 2016

Seek the Lord in Prayer




It seems to me that the Second Reading from this Sunday’s Office of Readings from A letter to Proba by St Augustine  entitled "Let us exercise our desire in prayer" enriches the theme laid out in the Old Testament and Gospel readings from Mass which exhort to total dependence upon the Lord in prayer.

“Why in our fear of not praying as we should, do we turn to so many things, to find what we should pray for? Why do we not say instead, in the words of the psalm: I have asked one thing from the Lord, this is what I will seek: to dwell in the Lord’s house all the days of my life, to see the graciousness of the Lord, and to visit his temple? There, the days do not come and go in succession, and the beginning of one day does not mean the end of another; all days are one, simultaneously and without end, and the life lived out in these days has itself no end.
  So that we might obtain this life of happiness, he who is true life itself taught us to pray, not in many words as though speaking longer could gain us a hearing. After all, we pray to one who, as the Lord himself tells us, knows what we need before we ask for it.
  Why he should ask us to pray, when he knows what we need before we ask him, may perplex us if we do not realise that our Lord and God does not want to know what we want (for he cannot fail to know it), but wants us rather to exercise our desire through our prayers, so that we may be able to receive what he is preparing to give us. His gift is very great indeed, but our capacity is too small and limited to receive it. That is why we are told: Enlarge your desires, do not bear the yoke with unbelievers.
  The deeper our faith, the stronger our hope, the greater our desire, the larger will be our capacity to receive that gift, which is very great indeed. No eye has seen it; it has no colour. No ear has heard it; it has no sound. It has not entered man’s heart; man’s heart must enter into it.
  In this faith, hope and love we pray always with unwearied desire. However, at set times and seasons we also pray to God in words, so that by these signs we may instruct ourselves and mark the progress we have made in our desire, and spur ourselves on to deepen it. The more fervent the desire, the more worthy will be its fruit. When the Apostle tells us: Pray without ceasing, he means this: Desire unceasingly that life of happiness which is nothing if not eternal, and ask it of him who alone is able to give it.”

I just finished reading Cardinal Robert Sarah's new book written in collaboration with Nicolas Diat: La Force du silence (Documents) (French Edition). Fayard. Kindle Edition. I have no doubt that it will be received and read by many with profound respect. Some may find it mystifying if not perplexing for its unqualified embrace of silence as the quintessence of the God encounter. He says nothing different from St. Augustine, but for those not drawn by the monumental silence of the Grand Chartreuse, the great Western Father of the Church from Hippo might be easier fare.

In either case, for me on this 29th Sunday of Ordinary Time the shared lesson and exhortation would be toward accepting and professing the absolute primacy of the Lord Jesus for the sake of the life of the world and for my own sake. The supernal sufficiency of Christ in His Person and His Teaching, and the unambiguous call for us all to place ourselves at the feet of the Master as did Mary at home with Martha and Lazarus, as this call can only be lived out in the worthy reception of the Sacraments within His Church, cannot be overstated, let alone denied. 

"Desire unceasingly that life of happiness which is nothing if not eternal, and ask it of him who alone is able to give it.”

Of late and from some very unexpected quarters, from very pious people, seemingly, I have heard expressions of comprehension for the failure of young parents to seek the Lord above all else and share their quest for life in Christ, at one with His Blessed Mother, in simple prayer with their tiny children. Why has something so self-evident to my parents' generation become seemingly unattainable for many today? Spiritual combat, the notion of Confirmation making us soldiers for Christ, our prayer to St. Michael the Archangel to defend us in battle against the wickedness and snares of the devil... why so much complacency? Where are the spiritual athletes in numbers, who formed the basis of Christian culture? 

To reference the reading at Mass, "Amalek" is on the move! We need to fight against sin and Satan; we need to be combative! More than that, we need to give ourselves over unceasingly to prayer; we need to confess the primacy of Christ. Like Aaron and Hur, we need to sustain Moses in his prayer to God for the salvation of his people and the defeat of the enemies of God.


PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI


Saturday, October 1, 2016

Everything in its own good time

Upon a friend's recommendation, yesterday for the first time I saw "The Island", a 2006 Russian movie by Sergey Korsakov,  presented in full length on YouTube with English subtitles. From watching and reflecting I have learned two things: the film has almost cult status in Catholic spirituality circles and my reading of this lovely and profound film is very different from some other people's, and people whom I very much respect.

To explain what I mean by the second point, I would just say that most aficionados are captivated by the mysticism of it all, when from my reading, at least, I think the point is another about the Christian life this side of Heaven in all its splendor. What is here so richly proffered should really bring us all to our senses (if I can be so blunt); it breaks through the complacency of the common fare too often served up as Catholicism today.

The film is really an icon of Mother Church in all her dimensions. For us Roman Catholics, it can teach the sense of Purgatory and of our need to do penance in this world for the temporal punishment we have incurred for our sins committed and forgiven by God, through the ministry of His Church in the Sacrament of Penance. For himself and for the life of the world, the elder does not tire of beseeching the Lord for forgiveness and remission of the punishment he so deserves; he prays constantly that he might be able to stand before his Judge when released from this vale of tears.

Cinematographically and with effect, the sins of monastic life are laid bare: the petty jealousies among monks, the vanity of the superior, the false consolation to be found and cast out, in a pair of boots or a blanket; even the pretension by his superior of offering the elder a special wood coffin as an act of piety is soundly rejected.

More interesting for me in the film are the elders encounters with lay people: the young woman pregnant out of wedlock, who seeks a blessing for an abortion, and receives a sharp reprimand from the elder and the menace of everlasting hell-fire; by him she is lovingly challenged to accept fully with love and hopeful joy the baby boy in her womb; the faithful widow, who is assured that the husband she thought dead so many long years is alive and waiting for her to come and close his eyes. The elder rebuffs her reticence to sell all and go to find him in Paris; he calls forth from her that unconditional love she was spared from practicing in her presumed widowhood. The elder heals the leg of the boy whose doting mother had carried him to the monastery in search of bodily healing; he takes the boy from her when she chooses leaving the monastery to get back to her job rather than staying the night to enable her child to receive Holy Communion the next morning to seal his healing. He drives the demon from the admiral's daughter and sends her to confession and Communion. The elder challenges her father to come to faith in the living God, the elder receiving recompense and release from this life in knowing that in the person of the admiral there stood before him the skipper of the boat he had thought to have murdered out of slavish fear.

My four years in Ukraine and the intimate contact with the Ukrainian Greek Catholic Church gave me an edge that I would not have had, had I watched the film earlier. Everything in its own time. One of the beauties of the Byzantine liturgy and prayer culture are the established forms. The only spontaneous prayer in the film was the one the elder solicited from the boy, encouraging him to ask the Lord for healing. All else were Psalms, Scripture passages, and parts of the Church's treasury of prayers. We need to return to depending upon Mother Church to provide us with words, maybe even Latin words, as most of the elder's praying was in Church Slavonic, another ancient liturgical language.

In the grime of all the coal dust and the ragged clothing of the elder, there is to be found what is starkly essential. In the bluntness of it all, the Genesis account of Cain and Abel strikes and challenges with an eloquence not found on lecture podiums or from pulpits. "The Island" is essential as our Catholic Faith is meant to be. It is lived out at home, in one on one encounters; it is something vibrant and alive, to be treasured in every way, shape and form.

I think we should turn ourselves over to St. Faustina and to the Divine Mercy Chaplet. In that simple repetition we may gain a needed sense of the Divine Presence and our hearts, please God, could turn to sincere repentance and contrition.

FOR THE SAKE OF HIS SORROWFUL PASSION, 
HAVE MERCY ON US AND ON THE WHOLE WORLD!