Saturday, May 18, 2019

Witness for Christ in the West Today



Podium: Aktuell: „Grösste Christenverfolgung seit 2‘000 Jahren!“ – Impulsreferate:

Die Christenverfolgung/bzw. Diskriminierung
prioritär im Westen

In diesen Tagen ist mir durch den Kopf gegangen, wie gut wir es doch hier haben: „Wie dürfen wir uns tatsächlich glücklich preisen, hier in der Schweiz und in Liechtenstein zu leben!“ In all den Ländern um uns herum, in Frankreich, Deutschland, und, und, und … hören wir von Gewaltakte gegen Glaubende Menschen, gegen Männer und Frauen der Kirche. Es handelt sich dabei oft um Vandalismus und so weiter. Und hier bei uns – nichts dergleichen. Das ist tatsächlich war. In Rücksprache mit dem Sekretariat der Schweizer Bischofskonferenz habe ich, seit ich hier bin - das sind immerhin schon mehr als dreieinhalb Jahre -, nie im jährlichen Bericht an den Rat der Europäischen Bischofskonferenz von solchen Akten in meinem Gebiet berichten müssen. Es gab nicht einen einzigen Fall von Gewalt oder antichristlicher Diskriminierung in der mir anvertrauten Zone. 

Aber sind wir tatsächlich auf einer Insel der Seligen? Die Diskussion über die Verfolgung der Christen und besonders der Katholiken im Westen ist komplizierter als es scheint. Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten indem man eine Auflistung von Bombenanschlägen, Schiessereien, verprügelter Personen oder Akten des Vandalismus macht. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, überempfindlich zu sein oder quasi mit der Lupe nach möglichen Delikten zu suchen. Aber wir dürfen nie vergessen, dass der Teufel schon immer versucht hat, seine Angriffe gegen die Braut Christi zu tarnen und zu verbergen. Er versucht das Martyrium ambivalent darzustellen und das Zeugnis der Bekenner zu verdunkeln. Das war schon immer so in der Geschichte und ist heute vielleicht noch mehr so, weil wir heute unsern Glauben etwas anders leben als unsere Vorfahren und daher auch unsere Verbindungen mit der Welt sich anders gestalten. Wir unterscheiden uns ganz besonders von den Märtyrern und Bekennern des Glaubens, welche in den ersten Jahrhunderten der Kirche gelebt haben, also von den Glaubenszeugen, die vor dem Mailänder Toleranzedikt des Kaisers Konstantin gelebt haben. Im Gegensatz zu diesen ersten Jahrhunderten gehen wir von einer vermuteten Privilegierung der Kirche aus. Wir sind bekannt und unsere Denkmäler, Kirchen und Kapellen sind überall gut sichtbar. Im Gegensatz dazu waren unsere Vorfahren der ersten Jahrhunderte nach der Auferstehung des Herrn relativ unbekannt in der Welt und lebten ihren Glauben im Verborgenen.

Das ist das eine. Das andere ist der Relativismus, welcher die Öffentliche Diskussion im Westen bestimmt. Dieser Relativismus unterdrückt uns tatsächlich. Unser klares Zeugnis für Christus, als der eine Weg, die eine Wahrheit und das Leben für alle widerspricht dem Relativismus, der vorgibt, es sei alles Gleichwertig. Da unsere Position bekannt ist, wird uns in der Öffentlichkeit der Raum und die Freiheit zum Zeugnis für den einen Herrn eingeschränkt oder gar verweigert. Aus der Sicht des Martyriums und des Bekenntnisses des Glaubens wäre das eigentlich noch nicht so schlimm. Aber das verheerende ist, dass diese Dynamik sich auch und vor allem innerhalb der Katholischen Kirche abspielt. Ich denke da z.B. an die Pflicht, welche alle haben, die die Erstkommunion gemacht haben, an Sonn- und Feiertagen an der Messe teilzunehmen. Die Missachtung dieses Gebotes ist eine Todsünde! Die Bedeutung unserer Pflichten wird so weit reduziert, dass schliesslich die Notwendigkeit und Verpflichtung der Gebote ganz aus der Katechese und der Glaubensverkündigung verdrängt wird. Dabei fällt nicht nur die Kraft des Gebotes als Bedingung sine qua non dahin, sondern die verschiedenen Glaubenssysteme und Lebensphilosophien werden als sich ergänzende oder konkurrierende Wege betrachtet. Dabei wird gesagt, dass sie alle mehr oder weniger gleichwertig für den Menschen seien. Der in Christus gegenwärtige Gott ist weit in die Ferne gerückt und praktisch total seiner einzigartigen Macht und Autorität beraubt. In gewisser Weise verschwindet jeder Anspruch des Glaubens ganz aus unserem Leben und wir befinden uns einfach auf einem Markt der Ideen und sogar wie der arme Apostel Paulus der auf dem Markt der Götter, dem Areopag in Athen versucht, das Interesse der Passanten auf den Altar des unbekannten Gottes zu lenken.

Einige werden sagen, dass wir einfach das Privileg verloren hätten, mit welchem wir uns über die nichtglaubenden erhoben hätten. In Tat und Wahrheit wurden wir der Möglichkeit beraubt, Zeugnis abzulegen für den Absolutheitsanspruch der Wahrheit. Vielleicht schlägt uns (noch) niemand die Faust ins Gesicht, zündet niemand unsere Kirchen an, aber ich könnte ihnen eine lange Liste aufzählen mit Fällen, wo Christen einfach der Möglichkeit beraubt wurden, den von den Aposteln überlieferten Glauben zu bezeugen. Das Drama des Westens konzentriert sich auf die Verhinderung des freien Austausches von Ideen im öffentlichen Raum. Es ist wie für Jesus in seiner Passion: Diejenigen, die uns ans Kreuz schlagen wollen sind die Mächtigen – diejenigen die heute den Schriftgelehrten und Pharisäern von damals entsprechen.

Die Christenverfolgung ist im Westen also primär Diskriminierung? Sagen wir es so: Was mir im Westen am meisten Sorge bereitet, sind diejenigen, welche sich selbst das Adjektiv „katholisch“ zuschreiben unter der Bedingung, dass sie selbst und nicht die Kirche bestimmen, was darunter zu verstehen ist. Sie geben vor, Katholiken zu sein, aber sie verleugnen dabei Christus, den menschgewordenen Gott, der allein Weg, Wahrheit und Leben ist.

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI



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