Sunday, November 1, 2020

Faithfulness to Tradition will carry us forward.


     Just the other day I gave a lecture in German to a closed group. It bore the provocative title:  „Die alte Messe ist die Zukunft der Kirche.“ which is to say: The old Mass is the Future of the Church. Besides developing my central thesis, I expressed my gratitude to the early stalwarts who back long before Summorum Pontificum remained constant in upholding and celebrating the Mass of the Ages. I made the point that they, often in their long-suffering and at great personal sacrifice, made it possible to pass the torch to a younger generation very much caught up and enthused by the Vetus Ordo.

      Quite unexpectedly, an old friend, who had attended, sent me a short but profound thank you note for my words and witness in favor of the Vetus Ordo. In essence, he told me he had never hoped to see the day when someone with a position like mine in the Church, an archbishop and apostolic nuncio, would express such clear support both for the old Mass and for the sacrifices of this priest's life spent in passing on this priceless gift. He explained that recognizing a real pastoral need, to serve good people who could not reconcile themselves to the new Mass, he had left parish life in 1975 to serve exclusively wherever in Switzerland people so hungered. He had offered Mass in all kinds of different places when no church could be found to welcome his tiny groups.

   He spoke of the particular suffering caused by a decision of the Swiss Bishops' Conference in 1977, forbidding the use of Catholic churches for the celebration of the old Mass on the pretext that it was divisive. Bishop Vonderach of Chur allowed the old Mass notwithstanding in three churches of his diocese, incurring the wrath of the German Bishops' Conference. To my way of thinking, this type of intolerance is a clear attestation of the double standard used to push its modernizing and iconoclastic agenda, permitting folly and excluding true devotion.

   At the end of his note, my priest friend quoted, from 1976, the president of the  Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Dr. Peter Vogelsanger, Pfarrer am Fraumünster in Zürich, who rejoiced in the reformation which had broken out in the Catholic Church subsequent to the II Vatican Council, for all practical purposes embracing with 400 years delay the "good old Reform"... My friend expressed dread at the thought of being a Catholic who died with something of the like on his conscience.

        In the question and answer exchange after my talk the other day, I could not help but discover myself in many ways falling short of the singleness of purpose which ought to be mine in defending my thesis: The old Mass is the Future of the Church... God forgive me and give me time, let's say, to come clean. God's people deserve no less!

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI


Friday, October 30, 2020

Washed and Saved in the Blood of the Lamb

 


Votivmesse des Kostbaren Blutes

unseres Herrn Jesus Christus

Sankt Pelagiberg – 30. Oktober 2020

Hebr 9, 11-15

Joh 19, 30-35

 

        Gelobt sei Jesus Christus!

        „…sondern einer der Soldaten öffnete mit einer Lanze seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Und der es gesehen hat, legt Zeugnis davon ab, und sein Zeugnis ist wahr.“

Graduale:  „Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus – nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und Blut. Drei sind es, die Zeugnis geben im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist; und diese drei sind ein. Und drei sind es, die Zeugnis geben auf Erden: der Geist, das Wasser und das Blut; und diese drei sind eins.“

Das ist das Werk Christi IN der Zeit und FÜR die Ewigkeit: Zeugnis geben mit seinem Blut, im Wasser und im Hl. Geist. Ich bin sicher, dass wir selbst als Katholiken uns nicht genügend bewusst sind, wie heilbringend das Blut Christi ist, das unser Wirken ziert. Ebenso wenig werden wir uns bewusst, welche Bedeutung das Blut Christi für unser tägliches Leben hat.

Vor kurzem hatte ich einen sehr tiefen Gedankenaustausch mit einem Schweizer Freund. Wie schon oft seit dem vergangenen März kreisten unsere Gedanken um das Corona-Virus und die nicht nur für Individuen und Familien, sondern auch für die Kirche oftmals bedrückenden Massnahmen des Lock-down. Was die katholische Kirche betrifft, kann man von Bedrückung und Beklemmung sprechen, welche oftmals von uns feindlich gesinnten Kräften herrührt und welche oftmals von unserer eigenen Hierarchie und dem Klerus befördert oder gar verstärkt wurde. Aus Angst vor Bestrafung wegen Übertretung eines Reglements wurden oft eigenmächtige und diskriminierende Weisungen selbst von kirchlichen Instanzen erlassen.

Mein Freund ist ein äusserst intelligenter und fähiger Mensch, eine wirklich kluge Persönlichkeit, wie man so sagt. Aber in diesem Fall, wo bei nicht wenigen Menschen, die ich heutzutage kenne, fehlte ihm oft die wahre Weisheit. Intelligent –ja, brillant – okay, aber weise – würde ich nicht sagen. Wenn ich das so sage, so möchte ich ihn nicht kritisieren, denn die Weisheit ist eine wirklich kostbare Ware. Ehrlich gesagt, nicht selten in der Weltgeschichte fehlt die Weisheit unter den Menschen. 

Ich sage dies, um das allgegenwärtige Unverständnis auszudrücken, welches unter Laien und Priestern unseres Herrn herrscht, bezüglich der Sendung welche die Kirche bis zum Ende der Zeiten zu erfüllen hat. Das heilbringende Werk unseres Herrn Jesus Christus ist nämlich er selbst und es wird so beschrieben:   „Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus – nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und Blut.” Wir können Jesus nicht von seinem am Kreuz vollbrachten Opfer am Kreuz zum Heil der Welt trennen. Wir sprechen vom kostbaren Blut, das er am Stamme des Kreuzes vergossen hat. In diesem Sinne, auch in Bezug auf uns, die Glieder der Kirche, seines mystischen Leibes, können wir auch von unserer Berufung sprechen – es spielt dabei keine Rolle ob wir Laien, Ordensleute oder Priester sind – von unserer Berufung, Christus nachzufolgen auf seinem Weg nach Golgota. Wir können dabei sprechen von dem Platz, der uns auf Golgota an seiner Seite gebührt.

Wir müssen leider sagen, dass uns als Gliedern seines Leibes das Leiden mit Ihm und an seiner Seite zusteht, dass es aber ebenso wahr ist, dass wir uns immer wieder auflehnen gegen diese Teilhabe am Leiden Christi. Ungeachtet der beständigen Lehre der Kirche scheint es so, dass für praktisch alle von uns das Leiden mit Christus bis zum Vergiessen des Blutes etwas ist, was jenseits unserer Vorstellung liegt. „Das Blut der Märtyrer ist der Samen neuer Christen“ ist zwar ein bekannter frommer Spruch, aber er bleibt für uns unverständlich, d.h. er erreicht nicht unser Herz, es ist keine Wirklichkeit, die einen konkreten Ausdruck in unserem Leben findet. Wir können uns nicht vorstellen, „Bekenner des Glaubens“ zu sein und noch weniger Märtyrer.

Damit will ich nicht sagen, dass die Bitte Errette uns, o Herr, von allem Bösen nicht verständliche wäre oder kein legitimer Gebetsruf. Ganz im Gegenteil – dieser Wunsch ist absolut normal. Ich will damit nur sagen, dass die menschliche Psychologie, d.h. der Widerstand gegen die Nachfolge Christi auf dem Weg des Kreuzes nicht so stark sein darf, dass er uns davon abhält, zu verstehen dass der letzte Sinn unseres Lebens als Christen darin besteht, mit Christus vereint zu sein, mit ihm vereint bis hin zum vergiessen des Blutes. Die wahre Weisheit verlangt von uns die Anstrengung, über das Opfer Christi nachzudenken und einzutauchen in sein Blut.

Bei dem oben erwähnten Privatgespräch erlaubte sich mein Freund eine tiefe Verbitterung auszusprechen bezüglich der Situation der Kirche von heute und dem Leiden der guten Menschen, welche sich nichts mehr wünschen, als ihren Glauben in Ruhe und Frieden leben zu dürfen ohne dabei von aussen gestört zu werden. Gerade weil mein Freund ein intelligenter Mensch ist, habe ich mir erlaubt, ihm zu entgegnen, dass er sich vielleicht von der Welt zu viel erwarte und zugleich sich selber als Jünger Christi zu wenig zutraue. Weil ich wusste, dass er die Psalmen nicht nur kannte als Lieder des Königs David und als Gebete des Volkes Israel, sondern vor allem als Gebet der Kirche, der geliebten Braut Christi, habe ich ihn gefragt ob es nicht wahr sei, dass der konstante Kehrvers der Psalmen die Bitte sei, von der Unterdrückung durch die Feinde befreit zu werden. Da er ein einsichtiger Mensch ist, hat er sofort verstanden, dass das Los der Kirche in dieser Zeit gerade das Leiden ist. Wir leben als Kirche in der totalen Abhängigkeit von Gott und es ist unsere konstante Bitte, dass er uns befreie von allem Bösen, dem gegenwärtigen und dem zukünftigen.

Im Gebetsschatz der Kirche sind zwei Votivmessen, welche in besonderer Weise die beiden Seiten dieser Münze zeigen: Da ist einerseits diejenige des Heiligsten Namens Jesu und andererseits diejenige seines kostbaren Blutes, welche wir heute feiern. Diese Frömmigkeit hilft uns, voll und ganz unsere Taufberufung zu leben. Der Name und das Blut Jesu sind allmächtig. Wir rufen Ihn bei Namen, Jesus, vertrauensvoll an. In der Taufe reingewaschen und wiedergeboren aus dem Wasser und im Heiligen Geist leben wir nur dann wirklich, wenn wir besprengt mit seinem kostbaren Blut, ihm nachfolgen auf dem Weg nach Golgota.

Gebe der Herr uns die Weisheit, zu verstehen, was es bedeutet, wahrhaft in der Nachfolge dessen zu leben, der sein Blut vergossen hat für das Heil der ganzen Welt!

        Gelobt sei Jesus Christus!

 

Sunday, October 25, 2020

The Good, The True and The Beautiful

 


Manint, Matthew. 

With Glory and Honor You Crowned Them: The Female Martyrs of the Roman Canon  

Tamanrasset Press. 2019. Kindle Edition. 

    One of the risks we Kindle readers have is a tendency toward impulse buying. Well that is how I picked up Matthew Manint's book about the female martyrs of the Roman Canon. I did not regret my purchase in the least from the very first page. The book is just plain refreshing and that is enough for me.

    It is not a very big book and so you can read it in no time at all. I would recommend it to you for two reasons: first, it is a masterful description of heroic virtue unto martyr's death in the unlikely department of young women and girls; secondly, it treats legend in a manner after my own heart.

    Perhaps as much for men as for women in the Church today, we need to be confronted with this clarity of witness demonstrated in these saints already at a tender age. These women and girls, flawless not only in their physical beauty but above all in their attachment to the Bridegroom Christ, show us what the faith can inspire in an individual and how that witness can sway not only hearts well disposed but a world as well. 

    The quest of Pope Saint Paschal I in 821 for the relics of Saint Cecilia, martyred in 230 at Rome and buried in the catacombs which resulted in the discovery of her incorrupt body (600 years!) and then brought back to the light of day again, still incorrupt, in 1599, at the instructions of Cardinal Sfondrato during restoration works in his titular church, gives pause to think. There is an unequivocal message about the beauty of genuine holiness, about the vitality of Cecilia's single-hearted witness to Christ which kept her body from corruption for a millennium and a half.

    Matthew Manint does not shy away from the legends which have come to surround some of our heroines. His even-handed treatment of their biographies, verifiable or not, can aid those who search with a measure of skepticism which seems to me an enemy to the truth.

    Maybe gaining familiarity with these great women, might draw hearts back to the Roman Canon where they are enshrined. Over the course of my lifetime I am witness to a turning again from the iconoclasm of the late 1960's and 1970's which deprived us of our saints to their rediscovery. I wish for Catholics young and old a reacquaintance with such heroic virtue. It spread the faith, built cities and cultures, and could certainly turn one or another young head to that same kind of love affair with the Lord Jesus.


PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI

 



Christ the King and the Sense of Militancy

 


CHRISTKÖNIGFEST

Sankt Pelagiberg, 25. Oktober 2020

Kol 1, 12-20

Joh 18, 33-37

 

Gelobt sei Jesus Christus, der König der ewigen Herrlichkeit!

        Die Postcommunio des heutigen Christkönigfestes klingt ziemlich militärisch:

        „Nachdem wir die Speise der Unsterblichkeit erlangt haben, bitten wir Dich, o Herr, dass wir, die wir uns rühmen, unter dem Banner des Christkönigs zu streiten, mit ihm auf dem himmlischen Thron immerdar zu herrschen vermögen…“

unter dem Banner des Christkönigs zu streiten. Ja also, als Sprache ziemlich militärisch! Ich denke, es ist für Jugendliche und junge Erwachsene heute besonders wichtig zu erkennen, dass wir unseren Glauben an Christus nicht leben können, ohne zu dieser Welt auf Distanz zu gehen. Die katholische Sicht, z.B. auf das Sakrament der Ehe gerichtet, beinhaltet einen Ausdruck, der sich gegen die heutige Kultur richtet und damit im Sinne der Firmgnade eher militärisch klingt.

Ein kleines Bekenntnis: Seit ich als Nuntius hier in der Schweiz bin, ist es für mich zur Gewohnheit geworden, in meinen Predigten für die Spendung des Sakramentes der Firmung immer wieder Fragen und Antworten aus dem kleinen Katechismus des Hl. Papst Pius X. zu zitieren. Als ich 10 Jahre alt war, also vor 60 Jahren, habe ich da bei Nummer 166[1] auf Englisch über die Wirkungen der Firmung gelernt, was auf Deutsch etwa heisst: Die Firmung bringt die in der Taufe empfangene Gnade zur Vollendung und macht uns zu Soldaten Jesu Christi. Der entscheidende Satz ist dabei: „Die Firmung macht uns zu Soldaten Jesu Christi.“

Bei einer solchen Feier der Firmung ist es mehr als nur vorhersehbar, dass beim anschliessende Apéro in der Pfarrei die Grossmutter eines Firmlings sich mir nähern wird um mir zu sagen: „Exzellenz, so spricht man heute nicht mehr über die Firmung! Die Sprache des Kampfes, der Auseinandersetzung und ganz besonders die der militärischen Bilder passen nicht zu unserer heutigen Zeit, die sich so sehr drum bemüht, zu dialogisieren und ein einvernehmliches Miteinander mit den anderen zu finden“. Ich würde dann gerne so antworten: „Liebe Frau! In Anbetracht der Tatsache, dass es sich hier um einen Apéro handelt und um Menschen, die entgegen aller guten Vorsätze nicht an einem echten Dialog interessiert sind, lassen wir das Thema besser bleiben! Ich werde meine Meinung nicht ändern, um Ihnen einen Gefallen zu tun.“

Ich erzähle Ihnen das einfach, um zu sagen, dass ich bei einem Apéro auf dem Kirchenvorplatz oder im Pfarrsaal nie Zeit dafür aufgewendet habe, um einen Menschen, den ich dabei gerade vor mir habe, von meiner Meinung zu überzeugen. Aber der alte Katechismus hat seine Gültigkeit nicht verloren. Man kann mir vorwerfen, dass ich die gesunde Lehre nicht verteidigt habe, auch wenn ich mit meiner Predigt und mit meiner militärischen Sprache die eine oder andere Grossmutter etwas vor den Kopf gestossen oder zumindest aufgewühlt habe.

Christkönigfest! unter dem Banner des Christkönigs zu streiten. Ja! Unser heutiges Fest soll in erster Linie dazu dienen, uns daran zu erinnern, dass die Kirche aus drei Teilen besteht: Wenn wir von der sichtbaren Kirche hier auf Erden sprechen, dann sprechen wir von der streitenden Kirche. Im Fegefeuer, nach dem Tod der Personen und dem besonderen Gericht sprechen wir von der leidenden Kirche. Dann kommt der dritte Teil, im Himmel mit den Engeln und den Heiligen vor dem Angesicht des allmächtigen Gottes, da sprechen wir von der Kirche in der Herrlichkeit, von der triumphierenden Kirche. Postcommunio: „Nachdem wir die Speise der Unsterblichkeit erlangt haben, bitten wir Dich, o Herr, dass wir, die wir uns rühmen, unter dem Banner des Christkönigs zu streiten, mit ihm auf dem himmlischen Thron immerdar zu herrschen vermögen.”

Es gibt keinen andern Weg! Wir müssen die Kirche hier auf der Erde beschreiben als die mit den Kräften des Teufels kämpfende Kirche. Es gibt keine Kirche und wir können uns nicht als Jünger Christi bezeichnen, wenn wir nicht bereit sind, an seiner Seite zu stehen im Kampf gegen die Mächte und Gewalten der Unterwelt. Ob wir im Kampf siegreich bleiben mit Christus, unserem König, hängt davon ab, ob wir bereit sind, an seiner Seite in den Kampf zu ziehen und mit ihm gegen Satan zu siegen. Christkönigfest! unter dem Banner des Christkönigs zu streiten.

Wir können nicht gleichgültig und tatenlos bleiben im Kampf gegen den Bösen. Es ist nicht möglich lauwarm zu bleiben angesichts der Einladung Jesu, bei ihm zu bleiben. Wir müssen uns aufraffen und entscheiden: heiss oder kalt! Das Evangelium von heute zeigt uns Jesus vor Pilatus, und es ruft uns in Erinnerung, wie sehr Jesus in dieser Welt wegen unserer Sünden leiden musste. Er hat gelitten bis zum Tod am Kreuz, am Kreuz wegen dieser unserer Welt, die ihn abgelehnt hat, die nicht bereit war, ihn als den zu erkennen, der er ist: “Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung… Alles ist durch ihn und in ihm erschaffen.“ So schreibt es Paulus im Brief an die Kolosser.

Im Evangelium von Johannes lesen wir: Der Herr Jesus hat vor Pilatus das folgende Zeugnis abgelegt: „Ich bin ein König. Dazu bin ich geboren und in die Welt gekommen, um Zeugnis zu geben für die Wahrheit. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“

Leider sind in der westlichen Welt (dem ehemaligen christlichen Abendland) nur wenige frei von den Fesseln des Relativismus und bereit, Jesus nachzufolgen. Wer ist heute noch bereit, in den täglichen Begegnungen zu bekennen, dass das, was die Mutter Kirche in SEINEM Namen lehrt, wirklich DIE Wahrheit ist und nicht einfach nur meine Meinung oder meine Geschichte? Ich anerkenne gerne, dass es echte Weisheit braucht. Die Weisheit der Unterscheidung und Zurückhaltung im Sprechen mit jenen die (wie die Grossmutter, von der ich eben gesprochen habe) in die Rolle des Pontius Pilatus schlüpfen. Vielleicht aus Zynismus, sicher aber aus Unwissenheit stellen sie dieselbe Frage, die damals der römische Militärrichter an Jesus gerichtet hat, als dieser sagte: “Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme. Pilatus sagte zu ihm: Was ist Wahrheit?”

Aus den im Evangelium überlieferten Worten Jesu, ebenso wie aus den mit dem Titel „Ecce homo“ bezeichneten Kunstwerken (Skulpturen, Bilder, Fresken), können wir die Verlassenheit und Einsamkeit erahnen, welche den König des Universums erfasste inmitten jener, die „Sein Volk“ sein sollten. Dieser Aspekt der Nachahmung Christi in seiner Nachfolge gilt für beide Sakramente der Berufung, sowohl für die Ehe als auch für heilige Orden. Die Einsamkeit und Qual von Golgatha gehören zu beiden Sakramenten im wirklichen Leben.

 In vielen Privatgesprächen mit Katholiken hier in der Schweiz höre ich den verzweifelten Ruf: „Wie kannst du von einem Jungen oder einem jungen Erwachsenen erwarten, dass er heutzutage ins Priesterseminar eintritt?“ Die Leute oder zumindest jene, welche in der offiziellen Kirche das Sagen haben, wollen keine Priester. Auch wenn diese Feststellung durchaus wahr ist, so ist dieses Faktum doch nicht bestimmend und kann die Kirche nicht zum Untergang wegen Mangel an Priestern und Sakramenten bestimmen. Wenn der Junge die Gnade der Erfahrung eines echten und tiefen katholischen Glaubens in seiner Kindheit und Familie gemacht hat, dann kann er auch heute noch auf den Ruf Jesu antworten, der heute noch ausreichend Priester beruft für die Bedürfnisse der Kirche. Das Sakrament der Taufe ist die Einladung an uns, beim leidenden Jesus zu sein. Das Sakrament der Firmung ist die Bestärkung jener Taufgnade, mit Jesus vor Pontius Pilatus zu stehen und für die Wahrheit zu kämpfen, welche Christus ist.

Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, dass derjenige sich irrt, der das Priestertum anstrebt nur für den sozialen Aufstieg oder das gesellschaftliche Prestige oder für “job satisfaction” (Arbeitszufriedenheit). Die unglücklichen Priester, die das erstreben, stehen nicht an der Seite Jesu. Die Kirche wird in ihrer Gesamtheit verstanden als Kampf, d.h. wenn wir in dieser Welt zusammen mit dem Herrn streiten. Wenn wir nach dem Tod vielleicht leiden für unsere Unvollkommenheiten, Fehler und nicht gesühnten lässlichen Sünden, dann werden wir merken, dass wir nicht genug gekämpft haben. Es muss gesagt werden, dass dies insbesondere für diejenigen gilt, die sich auf die Ehe vorbereiten. Die eheliche Liebe und Zuneigung sind nämlich nie selbstverständlich, vielmehr müssen wir immer um sie kämpfen, um sie jeden Tag neu zu gewinnen und zu vertiefen. Der grösste Feind einer gelungenen Ehe ist die Selbstverständlichkeit, mit der wir oft meinen ein Recht auf das Glück zu haben, ohne dass wir uns immer darum bemühen, ja darum kämpfen.

Wenn wir dank dem Herrn die Vollkommenheit erreichen, hoffen wir schliesslich am Ende der Zeiten in der ewigen Herrlichkeit zusammen mit Christus auf dem Thron zu sitzen. Im Hinblick auf diese Herrlichkeit müsste es mich freuen, wenn ich jetzt mit meinem König gedemütigt und erniedrigt werde.

 „Ich bin ein König. Dazu bin ich geboren und in die Welt gekommen, um Zeugnis zu geben für die Wahrheit. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“

Gelobt sei Jesus Christus, König der ewigen Herrlichkeit!

 

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI



[1] 166. Q. What is Confirmation? A. Confirmation is a Sacrament through which we receive the Holy Ghost to make us strong and perfect Christians and soldiers of Jesus Christ.  In Baptism we are made Christians, but we are not very strong in our faith till the Holy Ghost comes in Confirmation. You remember how timid the Apostles were before the coming of the Holy Ghost, and how firm and determined in their faith they were afterwards; and how fearlessly they preached even to those who crucified Our Lord. "Soldiers," because we must fight for our salvation against our three enemies, the devil, the world, and the flesh. Our Lord is our great leader in this warfare, and we must follow Him and fight as He directs. A soldier that fights as he pleases and not as his general commands, will surely be beaten.

Saturday, October 24, 2020

Thoughts Just Short of Two Years Reciting the Old Office

 


    Seeing this picture of someone's chart the other day both pleased me for the close correspondence of the Hours to my daily schedule of official prayer and got me thinking about how I and the Old Breviary are getting along nearly two years into this "marriage". 
    In terms of my times, I have pretty well settled for praying Matins whenever I awake from midnight on, which sometimes, if I have gotten to bed late, may be closer to 3 or 4 am. Lauds followed by Prime precede daily Mass. Terce comes right after breakfast, Sext just before lunch and None right after lunch. Vespers and Compline come together after supper, usually about 8:00 pm and then it's a day. The times in the above table are classic and stand alone for each of the hours, but my schedule here in Bern would make them hard to keep. I can pray all but Matins in the chapel before the Blessed Sacrament. Matins works best for me standing up, because even kneeling at 2am I tend to doze off.
    I wish to share my musings with friends in the hopes of attracting one or another Bishop or Priest to give the traditional full office a try. Needless to say I am ready to encourage the laity disposed to take up this sweet burden, but my first thought is for priests. If this commitment has taught me anything, it would be the paucity of the Novus Ordo office. Reciting the Psalter over four weeks instead of just one is spreading the psalmody too thin. What the more intense encounter with the Psalter has taught me is much. These days in particular certain verses from the psalms come repeatedly to confirm for me just how shot through with the experience of adversity our life in the footsteps of the Crucified One must be.
    Let me just stay with that statement for a moment and clarify that I am not claiming the one week Psalter as a font of fortitude but a clearer, more sober, world view, which might not necessarily strengthen me under hardship, but certainly challenges me to be about Christ's business, where He was raised up and drew all to Himself.
    According to the ancient form of the Roman Rite, it is almost time for me to celebrate First Vespers of the Feast of Christ the King, which falls on the last Sunday of October. Fair or not, I would say that this way the feast hits me as more existential and less apocalyptic, even though the Collect prayed on either is about the same. Forgive me, but in terms of living out my Catholic Faith in these troubled times, I feel more of a need for the old feast and see it as a call to gird up my loins so to speak and stand with Christ my King there before Pontius Pilate.
    The Old Breviary is indeed a sweet burden. For all the more demanding it might be in time required for recitation, it gives over and over again, filling and focusing a priest's life to where it should be. It is not the monastic breviary, but with a certain austerity, deprived as it is of song, it can help carry the priest to where he ought to be and make him more at every hour of the day what he is called to be for Christ and His Church by his consecration through the Sacrament of Holy Orders.

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI

Sunday, September 27, 2020

Parish Church as Meditation on Christian Identity and Destiny

 


Das Goldene Jubiläum der Pfarrkirche

in Brig - 27. September 2020

 

Eph. 2: 19-22

Johannes 4: 19-24

 

Gelobt sei Jesus Christus!

       „Ihr seid … Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.“ Diese Worte des heiligen Paulus an die Epheser lassen uns die Wichtigkeit des Kirchengebäudes erahnen und der Bedeutung, die man dem Bau und der Instandhaltung unserer Kirchen zu geben hat. So spricht der heilige Paulus natürlich auch anlässlich des 50. Jahrestages dieses Gotteshauses über die Bedeutung unserer heutigen Feier zu uns.

 „Ihr seid … Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.“

        „Coronavirus” zum Trotz, feiern wir heute das Jubiläum dieser Pfarrkirche. Ich sage "Corona zum Trotz", weil sich unsere Wertschätzung für die Pfarrkirche als solche, geändert hat aufgrund des Lock-down und der Schliessung unserer Kirchen, und aufgrund aller Einschränkungen für unsere Teilnahme an der Sonntagsmesse hier drin, und leider im negativen Sinne geändert hat. Die Art und Weise, wie wir unsere Kirche betrachten, und das Gefühl, mit dem wir durch ihre Türen eintreten, haben in diesen Monaten einige schwere Schläge erhalten.

Ich muss zugeben, dass wir in dieser Hinsicht hier in der Schweiz relativ viel Glück haben. In Bezug auf Beschränkungen ist die Schweiz im Vergleich zu bestimmten anderen Ländern, in denen die von den Behörden angeordneten Sperrungen, die selbst einen einfachen Besuch des eucharistischen Jesus im Tabernakel verhindert haben und immer noch verhindern, weniger schlimm.  Der Lock-down liess alles rund um die Pfarrei zu einem Abenteuer werden.  Vertraute Dinge, die uns vor einem halben Jahr echten Trost gebracht haben, kosten uns jetzt etwas, ich meine vor allem, die Möglichkeit, einfach in die Kirche zu kommen. Ein anderes Beispiel, es ist eine einfache Sache, aber wie viele Leute haben mir in den letzten Monaten vom Weihwasser erzählt, das man in Kirchen nicht mehr verwenden durfte! Vielleicht das Schlimmste und ich weiss nicht, ob es hier in Brig auch zutrifft, aber anderswo auf der Welt gibt es einige Leute, die jetzt Angst haben, in die Kirche zu kommen.

Ja, wir feiern dieses Jubiläum “Corona zum Trotz”!

Im selben Abschnitt aus dem Epheserbrief lesen wir die Worte des heiligen Paulus, die sehr gut erklären, wer wir als Versammlung in Christus sind, das heisst wer wir als katholische Kirche in Bezug auf das Gebäude sind, in dem wir uns befinden: „der Eckstein ist Christus Jesus selbst. In ihm wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn.“

Wir müssen wissen, dass das Haus Gottes als Gebäude vor allem einen sakramentalen Wert hat, um die Ausübung des Glaubens zu erleichtern, das heisst, um uns dabei zu helfen, unseren katholischen Glauben besser zu leben.  Seine Steine, das Glas und die Skulpturen stellen uns unsere Identität als lebendige Steine eines geistlichen Gebäudes vor Augen, als Menschen, die in Christus getauft wurden.  Die Bedeutung von Christus als Eckstein besteht genau darin, in Jesus denjenigen zu sehen, der uns wahres Leben gibt und uns am Leben hält, das einzige Leben, das auf dieser Welt zählt.  Die Kirche als solche spricht zu uns von Gott und bringt uns in die richtige Beziehung zum Herrn des Lebens.

         Anlässlich eines solchen Jubiläums danken wir Gott für die Opfer unserer Vorfahren, die dieses Gebäude durch ihren Glauben an Gott und ihre Grosszügigkeit ermöglicht haben. Wir sind allen dankbar, die im Laufe der Jahre zur Instandhaltung des Gebäudes beigetragen haben. Wir erinnern uns an kostbare Momente in unserem persönlichen, familiären und gemeinschaftlichen Leben, die hier ihren Bezugspunkt finden: Hochzeiten, Taufen, Beichten, Erstkommunionen, Firmungen, wichtige Jahrestage der gläubigen Familie und dann auch Beerdigungen. 

Die Pfarrkirche verwirklicht sich vor allem aber in ihrer Funktion als Ort der Feier der Heiligen Eucharistie. Wir sind uns aber auch bewusst, dass das Gebäude nicht unverzichtbar ist, dass das eigentliche Opfer, das Wohlgefallen findet, nicht dasjenige ist, welches im von Menschenhand und aus Steinen erbauten Tempel mit reinem Herzen dargebracht wird. Unverzichtbar ist jenes Opfer, welches im Tempel unseres Herzens dargebracht wird, wo unser Herr Jesus Christus in seiner Güte Wohnung genommen hat. Sicher, der Besuch dieser schönen Kirchengebäude schenkt uns viel Trost. Aber diese Gebäude sind nur nützlich wenn sie das geistige Haus unterstützen. In diesem Sinne spricht man von der Kirche als ein aus lebendigen Steinen erbautes Haus. Das Neue Jerusalem aus der Offenbarung des Johannes ist auf dem Fundament der Apostel gebaut und wird erleuchtet von der Gegenwart Gottes, welche die Stadt Gottes erfüllt, die keinen anderen Tempel hat als ihren Herrn und Gott.

Unser heutiges Evangelium basiert auf einer längeren Passage, nämlich dem Gespräch zwischen Jesus und der Samariterin am Jakobsbrunnen.  Die Rede Jesu am Brunnen diente nicht nur der Bekehrung der Frau, sondern durch ihr Zeugnis auch der Veränderung des Lebens für viele im Dorf.  Auf das Wort der Frau hin kamen sie, um auf den Herrn zu hören und wie die Frau an Jesus als den Messias zu glauben.  Wir glauben fest daran, dass der Grund, warum Jesus die Samariterin um Wasser bat schon auch etwas mit seinem Durst nach einer langen Wanderung zu tun hatte, aber vor allem mit dem Durst Jesu nach der Errettung der Seele dieser Frau.  Der Brunnen, das Wasser, der Berg Zion für die Juden und dieser Berg Samaria zählten für die Dorfbewohner zu den Zeichen oder Fixpunkten, die Gott in seiner Liebe wollte, um die Menschen zu ihm zu führen, der Quelle lebendigen Wassers. Hier ist auch die Bedeutung dieses Baues.

                Man kann sagen, dass Jesus die Bedeutung heiliger Orte in dieser Passage des Evangeliums relativierte indem er sagte: „Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.“

In den Nachrichten brachten sie kürzlich eine Erklärung eines luxemburgischen Kardinals, der darauf besteht, dass der mit dem Coronavirus verbundene Lock-Down den Säkularisierungsprozess in Europa um 10 Jahre beschleunigt hat, da nämlich die Corona-Pandemie verheerend für die Ausübung des Glaubens war. Ich weiss es nicht, aber ich hoffe, dass es nicht hier auf Brig zutrifft. Ich hoffe stattdessen, dass die hier auferlegten Hindernisse für den freien Zugang zu dieser Kirche dazu beigetragen haben, dass die Menschen, die derzeit Teil der Pfarrei sind, denselben Glauben haben, der vor 50 Jahren zu ihrem Bau geführt hat. Ich hoffe, dass unsere heutige Feier eine Ermutigung sein wird, uns selbst als das zu sehen, was wir sind: Mitglieder der Kirche Christi:

„Ihr seid … Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.“

Gelobt sei Jesus Christus!

 

PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI


Saturday, September 26, 2020

Confirmation on the Dedication Feast of the Solothurn Cathedral

 


Firmung in St. Anton

(Weihefest der Kathedrale in Solothurn)

26. September 2020

1 Peter 2: 4-9

Matt. 16: 13-19

 

Gelobt sei Jesus Christus!

Heute wird nach dem liturgischen Kalender des Bistums Basel das Fest der Weihe der Kathedrale von Solothurn gefeiert. Mir scheint dies eine gute Fügung um am heutigen Tag zusammen über das Sakrament der Firmung, das heute diese Jugendlichen der Pfarrei St. Anton feiern, nachzudenken.

Wir haben in der Lesung aus dem 1. Petrusbrief gehört: “Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.“

Die Bedeutung des Jahrestages der Weihe einer Kirche und ganz besonders der Kirche des Diözesanbischofs zeigt die Bedeutung, die wir als Volk Gottes haben und damit auch die Bedeutung unserer Firmung. Das Gebäude der Kirche, weist, wenn wir es richtig verstehen, äusserlich sichtbar auf das Geheimnis unserer mystischen Verbindung mit der Heiligsten Dreifaltigkeit hin. Als in und durch Christus erlöste Menschen sind wir sowohl als einzelne als auch als Gemeinschaft in geheimnisvoller Weise ins Geheimnis Gottes hineingenommen. Wir sind wirklich lebendige Steine im grossen Gebäude Gottes, welches Christus zum Eckstein hat. Die grosse Frage dabei ist: Was soll das Ganze? Wozu dient das?

Wir sind Teil dieses Gebäudes geworden durch die Taufe. Die meisten von uns haben die Taufe als Kleinkinder empfangen. Unsere Taufe war sehr wahrscheinlich eine Entscheidung, welche unsere Familie für uns getroffen hat. Wir wurden nicht deshalb getauft, weil wir es wollten, sondern, weil es unsere Eltern wollten. Am Tag, als wir mit Wasser auf den dreifaltigen Gott getauft wurden, sind wir durch den Heiligen Geist in das von Gott auserwählte Volk eingegliedert worden. Wir sind so Gottes Adoptivkinder geworden. Das stärkste Symbol für unsere neue Würde war das weisse Gewand, welches wir am Tag unserer Taufe getragen haben. Dieses Weisse Gewand ist Zeugnis dafür, dass wir in der Taufe reingewaschen wurden von der Erbsünde. Wir wurden aus dem Sündenzusammenhang der Welt herausgelöst und erfüllt mit der Gnade, welche uns in Christus rettet. Zusammen mit dem weissen Gewand haben damals unsere Eltern und Paten den Auftrag bekommen, unsere Unschuld zu schützen und uns zu helfen, die Gnade der Taufe anzunehmen und im göttlichen Leben zu wachsen, welches uns an jenem Tag erfüllt und verwandelt hat.

Seit dem Tag unserer Taufe sind nun schon Jahre vergangen und wir sind uns selber dieser Würde bewusst geworden. Würde? JA! In der Taufe sind wir vor Gott wertvoll geworden. Wir haben eine bedeutende Rolle zu spielen für die Rettung der Welt. „…damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.“ Und heute kommt uns das Sakrament der Firmung zu Hilfe, um unsere Berufung als Getaufte zu klären und zu stärken. Dank der Firmung können wir uns besser verstehen als Zeugen der grossen Taten welche Gott durch Christus in dieser Welt wirkt. Der Sinn unseres Glaubens liegt darin, Zeugnis zu geben für Christus. So wie es der Heilige Petrus getan hat, so wie es alle Apostel der Ur-Kirche getan haben. So wie es die Heiligen aller Zeiten getan haben.

“Simon Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus antwortete und sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.“

Manchmal scheint es mir, dass selbst kirchliche Würdenträger nicht verstehen, was es bedeutet, wenn die Heilige Schrift erklärt, warum der Sohn Gottes, Jesus Christus, den Heiligen Petrus gepriesen hat für sein Messias-Bekenntnis. Petrus bekannte Jesus als den Sohn des lebendigen Gottes. Das und nur das ist der Vorrang und die Bedeutung des Petrus. Und dieses Bekenntnis muss auch unser Bekenntnis werden. Dabei ist es wichtig, dass wir uns bewusst sind, dass dieses Bekenntnis eine Entscheidung ist, die schwerwiegende Folgen für unser Leben hat. Es ist nicht so, dass es Alternativen zu dieser Entscheidung gäbe und auch nicht so, dass diese Entscheidung eine bedeutungslose wäre. Wenn wir Christus nicht zum Eckstein unseres Lebens wählen würden, dann wären wir verloren.

        “Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten Stein, einen Eckstein, den ich in Ehren halte; wer an ihn glaubt, der geht nicht zugrunde. Euch, die ihr glaubt, gilt diese Ehre. Für jene aber, die nicht glauben, ist dieser Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden, zum Stein, an den man anstößt, und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt.“

Wenn du einmal begriffen hast, dass deine Würde und deine Aufgabe in dieser Welt darin bestehen, für Christus Zeugnis abzulegen, dann verliert alles andere auf einmal an Bedeutung und Kraft. Es ist nichts wichtiger für eine Mutter oder für einen Vater als die Kinder zum Bewusstsein zu führen, dass Gott in ihrem Leben gegenwärtig und wirksam ist. Das heisst: Die Aufgabe der Eltern aber auch der Paten ist die, für die nächste Generation Zeugen zu sein für die unendlich grosse Liebe, die Gott für jeden von uns hat. Wenn Du einmal begriffen hast, dass es deine Aufgabe hier auf der Erde ist, für Christus Zeugnis zu geben, dann kannst du die Freude entdecken, welche darin besteht, Tag für Tag für ihn zu leben. Du brauchst weder Reichtum noch Armut, aber wirst alles Notwendige bekommen, so dass in deinem Leben noch Platz bleibt für die andern und besonders auch für Gott, deinen Schöpfer und Erlöser. Ansehen und materieller Reichtum sind unwichtig. Es kommt nur darauf an, dass wir uns als Gottes geliebte Kinder erkennen, welche zum ewigen Leben in der Freude bei und mit Gott bestimmt sind.  

Als ich vor ein paar Tagen diese Firmlinge kennengelernt habe, als sie mich in Bern in der Nuntiatur besucht haben, da habe ich eine Gruppe junger Menschen kennengelernt, auf die ihre Eltern wirklich stolz sein dürfen. Wenn wir von der Güte der Person und vom Anstand der Menschen ausgehen, dann dürfen wir uns sehr viel erhoffen von diesen jungen Menschen. Aber die im Menschen angelegte Grösse kann sich nur verwirklichen in der lebendigen Beziehung zu Jesus Christus. Der Mensch verwirklicht sich nur dann, wenn er in Beziehung steht zu Christus, der in seiner Kirche lebt. Es ist dieses Bekenntnis unseres Glaubens, welches uns Halt gibt in dieser Welt und welches uns hinüberträgt in die kommende Welt.

„Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“

Die Kirche, das sind wir, eine wirkliche Festung gegen den Bösen. Beten wir für unsere Firmlinge um die Gnade dieses Sakramentes, damit sie im Kampf gegen Satan immer stark sein werden mit Christus und in der Gnade des Heiligen Geistes – bereit für sein ewiges Reich.

Gelobt sei Jesus Christus!


PROPERANTES ADVENTUM DIEI DEI